Früherer NPD-Mann erhält Orden

Die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, verliehen vom Bundespräsidenten, gehört an die linke Brust.

 Doch bei einem Geehrten aus Niederbayern wäre die rechte Seite wesentlich statthafter gewesen: Schließlich war der ausgezeichnete Konrad Schalk (71) aus ­Deggendorf bis Mitte der 70er Jahre laut Passauer Neuen Presse stellvertretender Kreisvorsitzender der NPD – ein strammer obendrein: Wegen antisemitischer Äußerungen wurde er 1975 sogar vom NPD-Landesverband ausgeschlossen. Den Orden bekam der Rechtsaußen nun für den von ihm mitgegründeten Förderverein „Sportler helfen Sportlern“.

Wie es zu der Panne kommen konnte, ist unklar, denn ein Prüfungsverfahren sollte so eine Peinlichkeit verhindern. Doch hier wurde versagt. Deshalb lud Deggendorfs Landrat Christian Bernreiter (CSU) ins Landratsamt ein. Er lobte bei der Ordensverleihung laut PNP: „Sie sind ein Paradebeispiel für ehrenamtliches Engagement und solidarische Verbundenheit mit Menschen in Not.“ Dies verblüffte selbst NPD-Kreischef Alfred Steinleitner: „Normalerweise kriegt heute niemand einen Orden vom Staat, der von der NPD Redeverbot bekommen hat.“ Er schrieb an Bundespräsidenten Horst Köhler.

Im Brief heißt es etwa: „Er (Konrad Schalk) wurde von der Partei u.a. auch wegen antijüdischer Äußerungen ausgeschlossen.“ Schalk räumte ein, Ende der 60er Jahre für ein halbes Jahr NPD-Mitglied gewesen zu sein. Der Vorwurf, er sei wegen antijüdischer Äußerungen ausgeschlossen worden, sei aus der Luft gegriffen. Unterlagen, die der PNP vorliegen, lassen an dieser Aussage zweifeln: So soll er Anfang 1975 während eine NPD-Versammlung in Niederpöring antisemitische Reden gehalten haben. Deshalb wurde ihm vom damaligen NPD-Landesvorsitzenden Redeverbot erteilt.

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