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Hilfe für die Flutopfer: Ein großartiger Zusammenhalt

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Armin Geier.

München - Das Hochwasser in Niederbayern bringt neben Verlust und auch Trauer viel Gutes in den Menschen hervor. Vor allem zeigt sich ein großartiger Zusammenhalt. Ein Kommentar von Armin Geier.

Drei Jahre ist es her, dass ich in der Passauer Altstadt durch den Schlamm watete, durch völlig zerstörte Häuser. Die Jahrhundertflut hatte alles vernichtet. Nein, nicht alles! Nicht den Mut der Betroffenen. Sie weinten nicht, kein Jammern war zu hören – im Gegenteil: Sie redeten sich immer wieder selbst zu: „Irgendwie schaffen wir das schon. Irgendwie bekommen wir das hin.“ Diese Zuversicht beeindruckte mich damals zutiefst. Später wurde mir klar, was diesen Menschen diese unglaubliche Kraft gab: Es war der Zusammenhalt, das Miteinander. Es war das Wissen, nicht alleine zu sein.

Genau das gilt nun auch für Simbach und Triftern im Rottal. Zig Leser riefen Freitag bei uns in der Redaktion an, wollten nochmals die Daten der Spendenkonten wissen. „Da muss man doch jetzt helfen“, so der Tenor. Einfach großartig! Und das ist nicht alles: Zudem machten sich Hunderte Bayern (mit Schaufeln im Kofferraum bewaffnet) auf den Weg in die Krisengebiete, boten ihre Hilfe an. Und in Bergen im Chiemgau entschloss sich eine Gruppe Flüchtlinge spontan ins zerstörte Simbach zu fahren, um dort Schutt und Dreck aus den Häusern zu räumen. Genau das ist dieser Zusammenhalt, den die Opfer nun spüren müssen.

Ja, es fühlt sich gut an, den Flutopfern versichern zu können: Ihr werdet nicht vergessen! Und wir alle müssen uns stets daran erinnern: Ein Tropfen Hilfe ist immer besser als ein Ozean voll Sympathie.

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