Missbrauch auch in Kloster Schäftlarn

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Im Internat von Kloster Schäftlarn gab es Missbrauch – Pater Bonifaz musste ins Gefängnis

Schäftlarn - Ein tz-Leser berichtet von Missbrauchsfällen im Kloster Schäftlarn. Demnach gab es auch in der Benediktinerabtei schwersten sexuellen Missbrauch.

Es geschah immer freitags. Nur an diesem Tag durften die Internatsschüler von Kloster Schäftlarn südlich von München in den 60er-Jahren duschen, damit sie rein waren fürs Wochenende und besonders für Sonntag, den Tag des Herrn.

Pater Bonifaz nahm es ganz genau. Er ließ die Fünftklässler immer nackt antreten. Dann prüfte er, ob die Buben sich auch wirklich am ganzen Körper gewaschen hatten und half nach, falls das nötig war. Und es war seiner Meinung nach oft nötig.

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So berichtet es ein tz-Leser, der anonym bleiben will. Der heutige Internatsdirektor Stefan Günzel bestätigt entsprechende Übergriffe. Die Missbrauchsfälle waren so schwer, dass der betroffene Pater damals vor Gericht gestellt und zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden sei. Auch in der Benediktinerabtei Kloster Schäftlarn gab es also schwersten sexuellen Missbrauch.
Der ehemalige Schüler hat die Vorfälle verdrängt. Er habe die „Hölle“ durchgemacht, sagte er der tz. „Für Bonifaz war das Duschen eine Labsal.“ Und beim kleinsten Schnupfen musste Fieber gemessen werden. „Als kleiner Bub nimmt man das hin.“

Nach seiner Haft verschwand Pater Bonifaz nicht in einem Büro. Er wurde nach Kloster Andechs versetzt und war in den 80er-Jahren für die Pfarrei St. Johannes Baptist zuständig. Von einer Haft war da keine Rede mehr. Pater Bonifaz verstarb 1987.

DAC

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