Boote kentern bei Sturm auf Tegernsee

Wasserwacht muss Dutzende Kinder retten

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Sprung ins kalte Wasser: Ein Wasserwachtler sucht neben einem gekenterten Optimisten den See ab.

Tegernsee - Ein schnell aufziehender Sturm hat sie in Seenot gebracht: Eine Kinder- und Jugendregatta des Yacht-Clubs am Tegernsee endete am Sonntag dramatisch. Die Boote kenterten reihenweise, einige der jungen Segler fielen ins Wasser.

Das Unglück kündigt sich nicht an. Noch am Vormittag strahlt die Sonne über dem Tegernsee. Gegen Mittag schlägt auf einmal das Wetter um. Die Wolkendecke verdichtet sich, Regen setzt ein, Starkwindwarnung. Bereits wenige Minuten später, um 12.15 Uhr, heißt es aus der Leitstelle: Sturmwarnung. Die Rottacher Wasserwachtler hören den Hinweis als Erste und alarmieren die weiteren Wasserretter rund um den See sowie den Yacht-Club (YC) am Tegernsee. Der Verein hält gerade seinen „Opti B Cup“ ab – eine Segelregatta für die Bootsklassen Optimist und Feva. In den kleinen Booten sitzen 46 Kinder und Jugendliche zwischen acht und 14 Jahren. Der Veranstalter bricht den Wettbewerb ab. Zu spät.

Etliche Segler schafften es nicht mehr bis zum Ufer. Der starke Wind riss ihre Boote um, während sie in 25 Optimisten und sieben Feva-Booten auf dem Hunderte Meter langen Regattagebiet über den See kreisten. „Die Kinder und Jugendlichen waren mitten im See verstreut. Es war sehr unübersichtlich“, erzählt Jan Zangenfeind, Vize-Chef der Rottacher Wasserwacht und Pressesprecher der Kreiswasserwacht. Der Wasserwachtler spricht von 35 Kindern, der YC-Vorsitzende dagegen von zehn bis 18.

„Es war schon dramatisch“, gesteht Zangenfeind. „Weil die Boote teilweise umgekippt im Wasser lagen, war unklar, wer schon gerettet wurde und wer nicht.“ Etwa eine Stunde habe die Rettung gedauert. Im Einsatz waren die Wasserwachten Bad Wiessee und Rottach-Egern sowie die DLRG Gmund und Tegernsee – insgesamt 35 Mann. Zudem halfen die Personen in den Begleitbooten, die Sportler aus dem See zu ziehen. Alle trugen Schwimmwesten und Trockenanzüge. Manche waren wegen der 10,3 Grad Wassertemperatur leicht unterkühlt, niemand verletzt.

Am Yacht-Club-Haus in Tegernsee wurde der gerettete Nachwuchs dann an die Eltern übergeben. „Die Kinder sind alle wohlauf“, sagt Oswald. Trotzdem seien die Reaktionen der Eltern gemischt ausgefallen. Er betont aber: „Es war keiner ernsthaft in Gefahr.“

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