Abtauchen im Walchensee

U-Boot untersucht Stollen: Suche nach Flugzeugwrack

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Am Freitag wurde die Jago von einem Autokran in den Walchensee gehoben.

Walchensee - Gleich zwei Spektakel gab es am Freitag am Walchensee zu sehen: Oben die Sonnenfinsternis, unten das Einsetzen der Jago ins Wasser.  Deutschlands einziges bemanntes Forschungs-Tauchboot aus Kiel wird die „Mission Kesselbergstollen“ in Angriff nehmen.

Im Auftrag des Energieunternehmens Eon befährt das kleine gelbe U-Boot den 1,2 Kilometer langen Tunnel, um ihn auf Schäden zu überprüfen.

Zwei Tage lang waren Teamleiterin Karen Hissmann und Jago-Pilot Jürgen Schauer nach Urfeld unterwegs – das drei Tonnen schwere Boot auf einem Spezialanhänger verstaut. Ein Autokran hob die Jago über die Bäume hinweg in den See. Für den Samstag sind Testfahrten angesetzt, am Sonntag wird es dann ernst.

Alle zehn Jahre lässt Eon den Anfang der 1920er-Jahre gebauten Tunnel untersuchen. Dieser führt vom Walchensee zum sogenannten Wasserschloss, dem Ausgleichsbecken für das 200 Meter tiefer liegende Kraftwerk. Obwohl er viel Erfahrung mit dem Manövrieren in Unterwasser-Höhlen hat, sei das Projekt am Walchensee „sehr außergewöhnlich und anspruchsvoll“, sagt U-Boot-Pilot Schauer. „Wir können nicht zwischendurch auftauchen“, sagt Teamleiterin Hissmann, die den Einsatz von der Oberfläche aus koordiniert. Etwa 90 Minuten dauert die Fahrt durch den Tunnel mit einem Durchmesser von 4,80 Metern.

Für Unterwasser-Archäologe und Forschungstaucher Florian Huber ist der Einsatz ein ganz besonderer: Der knapp 200 Meter tiefe Walchensee hat den Lenggrieser schon immer fasziniert. Schon lange versucht er herauszufinden, warum verschiedene Autowracks im See liegen. Außerdem vermutet er in großer Tiefe noch ein Flugzeugwrack, das er gerne näher unter die Lupe nehmen würde.

Der Auftrag von Eon passt perfekt. Denn nachdem der erledigt ist, wird die Jago noch die ganze kommende Woche im Walchensee auf Tauchfahrt gehen. Auch Florian Huber wird ab und zu mit an Bord sein. „Jede Minute da unten wird spannend“, sagt der 39-Jährige. „Dass meine erste Fahrt mit einem Tauchboot ausgerechnet im Walchensee stattfindet, hätte ich mir nie träumen lassen.“

Die komplette Geschichte und mehr Fotos finden Sie auf merkur-online.

va

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