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Geflüchtete Lehrerin aus der Ukraine unterrichtet ihre Schüler weiter – von Bayern aus

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Von: Felix Herz

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Homeschooling in  Bayern – mit Laptop, Buch und Stift. (Symbolbild)
Ukraine-Krieg: Geflohene Lehrerin unterrichtet weiter – per Homeschooling. (Symbolbild) © photothek / IMAGO

Kontinentales Homeschooling: Eine aus der Ukraine geflohene Lehrerin unterrichtet weiter ihre Schüler – die sich verstreut in ganz Europa befinden.

Neuburg am Inn – Über 600.000 Menschen sind laut tagesschau.de bereits vor dem schrecklichen Krieg in der Ukraine nach Deutschland geflohen und hier als Ukraine-Flüchtlinge registriert worden. Zwei davon sind Marina und ihr 14-jähriger Sohn Tymofii. Marina ist Lehrerin, unterrichtete noch bis vor wenigen Wochen in ihrer Heimatstadt Odessa an einem College, schreibt pnp.de. Jetzt befindet sich die Frau mit ihrem Sohn in Neuburg am Inn in der Nähe von Passau – und unterrichtet weiter.

Ukraine-Krieg: Geflüchtete Lehrerin unterrichtet weiter – aus Niederbayern

Jeden Tag, von Montag bis Freitag, unterrichtet Marina ihre Schüler per Videocall. Wie sie selbst sind die meisten ihrer Schüler auch vor der russischen Invasion geflohen, sie befinden sich derzeit in verschiedenen europäischen Ländern wie Polen, Rumänien, Moldawien, Frankreich oder in der Niederlande. Einige sind aber auch noch in Odessa.

Immer wieder gehen bei den Schülern in der Hafenstadt am Schwarzen Meer die Sirenen los. Dann verabschieden sie sich aus dem Unterrichts-Call und suchen Schutzräume auf. Wenn die Sirenen wieder schweigen und keine akute Gefahr mehr herrscht, geben sie Marina Bescheid und die Lehrerin fügt sie wieder zu den Calls hinzu, erzählt sie pnp.de.

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Unterricht im Krieg: Per Videocall von Bayern aus geht es weiter

Für Marina war es nicht die erste Flucht vor einem Krieg, so pnp.de. 2014 lebte sie im Donbass, bis der russische Präsident die Krim annektierte und im Osten der Ukraine Kriegszustände herrschten. Sie floh nach Odessa, fing dort mit ihrem Mann und Sohn ein neues Leben an – und floh nun acht Jahre später erneut. Ihr Mann musste in der Ukraine bleiben.

Marina ist sehr bemüht um das Befinden ihrer Schüler. Regelmäßig erkundigt sie sich, wie es ihnen geht, versucht durch Gespräche Lasten von der Seele zu nehmen. Der Stoff sei natürlich etwas einfacher als sonst, erzählt sie via einer Übersetzerin pnp.de. Und sie hat Hoffnung: Hoffnung, irgendwann wieder in Odessa Unterricht in Präsenz zu halten. (fhz)

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