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Regensburg schickt Hilfskonvoi zu Partnerstadt: Während Bürgermeister telefonieren, wird Odessa angegriffen

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Von: Tanja Kipke

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Das alte Rathaus in Regensburg erstrahlt am Abend in den Farben gelb und blau, als Zeichen der Solidarität mit der Ukraine.
Das alte Rathaus in Regensburg erstrahlt am Abend in den Farben gelb und blau, als Zeichen der Solidarität mit der Ukraine. ©  Stadt Regensburg, Stefan Effenhauser

In der Oberpfalz will man mit allen Mitteln der ukrainischen Partnerstadt Odessa helfen. Die Oberbürgermeisterin von Regensburg plant zahlreiche Hilfsaktionen.

Regensburg - Die Solidarität mit der Ukraine wegen Russlands Angriff auf das Land ist auch in Regensburg enorm. Die Stadt hatte bereits angekündigt, ihre ukrainische Partnerstadt Odessa bestmöglich zu unterstützen. Die Hilfsorganisation „Space-Eye“ ist bereits mit einem Konvoi an Hilfsgütern zu Grenze aufgebrochen. Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer hat jetzt einen Stab einberufen, um die mögliche Unterbringung von geflüchteten Menschen durch den Ukraine-Konflikt zu koordinieren. Am Mittwoch (2. März) hatte sie zudem die Möglichkeit, direkt mit Bürgermeister Gennady Trukhanov aus Odessa zu telefonieren.

Ukraine-Konflikt: Regensburg hilft Partnerstadt Odessa mit allen Mitteln

„Ich bin tief beeindruckt von der Großherzigkeit so vieler Menschen und Vereine. Dafür bin ich wirklich sehr dankbar“, so Gertrud Maltz-Schwarzfischer. Regensburg bereite sich mit allen Mitteln auf die Aufnahme von Flüchtlingen vor. Laut der Regierung der Oberpfalz seien noch Aufnahmekapazitäten im Ankerzentrum Regensburg vorhanden. „Doch es gibt auch schon Wohnungsangebote aus der Bevölkerung“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Die Mitglieder des Regensburger Hotelvereins hätten ein Zimmerkontingent für eine kostenfreie Unterbringung für bis zu 300 Menschen aus der Ukraine zur Verfügung gestellt.

„Wir müssen jetzt alle gemeinsam schnell und unbürokratisch helfen und die zahlreichen Hilfsangebote vermitteln. Auch Hilfstransporte für die Städtepartnerschaft Odessa wollen wir auf den Weg bringen“, sagt die Oberbürgermeisterin. Sie telefonierte am Mittwoch mit dem Bürgermeister der Partnerstadt. Während des Telefonats griffen russische Soldaten offenbar Odessa an.

Ukraine-Konflikt: Partnerstadt Odessa wird während Telefonat mit Bürgermeister angegriffen

„Die Situation ist bedrückend. Noch während des Telefonats wurde der Flughafen von Odessa angegriffen“, so die Oberbürgermeisterin. „Ich habe Herrn Trukhanov gebeten, uns weiterhin Listen zu schicken, damit wir die dringend benötigten Hilfsgüter so schnell wie möglich über Rumänien oder Polen an die Grenze zur Ukraine bringen können.“

 Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer im Video-Call mit Bürgermeister Gennady Trukhanov aus Odessa
Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer im Video-Call mit Bürgermeister Gennady Trukhanov aus Odessa. © Stadt Regensburg, Stephan Rockinger

Den Odessiten könnte demnächst ein weiterer größerer Angriff der russischen Armee bevorstehen. Auf Twitter teilte ein Nutzer ein Video, dass offenbar die westliche Krim zeigt. Ein Großteil der russischen Flottengruppierung sei auf dem Schwarzen Meer zu sehen. Das Ziel könnte die ukrainische Hafenstadt Odessa sein. Verifizieren lässt sich die Twitter-Quelle allerdings noch nicht.

Bürgermeister Trukhanov habe allen Regensburgerinnen und Regensburgern für ihr Engagement und ihre Solidarität gedankt. Trukhanov betonte, dass die Unterstützung aus Regensburg für die Odessiten sehr wichtig sei und er wisse, dass Odessa in guten wie auch in schlechten Zeiten auf Regensburg zählen könne. Die Bürger von Odessa und die ukrainische Armee werden laut Bürgermeister Trukhanov ihre Stadt verteidigen und nicht kampflos aufgeben. Malz-Schwarzfischer beendete das Telefonat laut Mitteilung mit den Worten: „Unsere Herzen sind bei Ihnen“. (tkip)

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