Umweltministerin räumt Fehler ein:

Käfigeier doch im Einzelhandel

München - Im Salmonellen-Skandal gerät Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) unter Druck. Sie räumte ein, dass Käfigeier doch in bayerischen Supermärkten zu kaufen sind - und damit auch von einer Firma die für einen Salomellen-Ausbruch im Vorjahr verantwortlich sein könnte.

Im Salmonellen-Skandal um eine niederbayerische Firma hat Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) Fehler eingeräumt. Entgegen vorheriger Annahme seien auch Käfigeier im Freistaat vertrieben worden, teilte die Ministerin am Mittwoch in München mit. Zuvor hatten der Bayerische Rundfunk und die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, dass bei Stichproben in Supermärkten Eier aus der betroffenen Firma gefunden worden seien. Das Ministerium hatte dies stets zurückgewiesen.

Die niederbayerische Firma Bayern-Ei steht im Verdacht, für einen Salmonellen-Ausbruch mit zwei Toten und Hunderten Erkrankten vor allem in Großbritannien und Österreich verantwortlich gewesen zu sein. Die Staatsanwaltschaft Regensburg ermittelt. Das Ministerium hatte erklärt, dass die Öffentlichkeit nach dem Salmonellen-Ausbruch auch deshalb nicht gewarnt wurde, weil die Firma nur Käfigeier produziere, die in Bayern nicht in den Einzelhandel gelangten.

Der Vertrieb von Käfigeiern in Deutschland und Bayern sei in den vergangenen Jahren zwar stark zurückgegangen, erläuterte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch. Allerdings waren und sind in Bayern auch Käfigeier erhältlich.

Die SPD und die Grünen im bayerischen Landtag kritisierten die Ministerin: Sie stehe unter dringendem Verdacht, die Öffentlichkeit massiv getäuscht zu haben, sagte SPD-Verbraucherschutzexperte Florian von Brunn. „Das Maß ist voll. Ich erwarte von der Ministerin, dass sie sich dafür bei der bayerischen Öffentlichkeit entschuldigt und endlich aufklärt, statt abzuwiegeln.“ Die Grünen sprachen von einem handfesten Skandal. „Sollte die Ministerin wissentlich die Unwahrheit gesagt haben, muss sie zurücktreten“, sagte die Grünen-Abgeodnete Rosi Steinberger.

Die Behörden hätten beim Salmonellenausbruch im Sommer 2014 für die Sicherheit der Verbraucher nach Recht und Gesetz gehandelt, hieß es in der Mitteilung des Umweltministeriums am Mittwoch. Aus den verschiedenen Bayern-Ei-Standorten seien drei Chargen Eier zurückgerufen worden. Lediglich für Teile einer dieser Chargen habe es Abnehmer in Bayern gegeben. Fast alle Eier seien zurückgerufen und die Abnehmer informiert worden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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