Höhere Sterberate

Die unangenehmen Seiten der Hitze

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München - Die hochsommerlichen Temperaturen haben nicht nur schöne Seiten. Experten warnen vor saunaähnlichen Verhältnissen in Autos, allzu beherzten Sprüngen in kühle Gewässer und gefährlichen Rissen auf den Straßen.

Nicht jeder kann sich im Freibad abkühlen: Viele Bayern ächzen unter den hohen Temperaturen. Ob bereits Menschen an der Hitze gestorben sind, konnte das Gesundheitsministerium am Freitag jedoch nicht beantworten. „Für die Sterbeursache Hitzeschlag existiert kein systematisches Erfassungs- und Meldesystem“, sagte eine Sprecherin. Generell sei aber bei Hitzewellen extremer Art mit einer erhöhten Sterblichkeit zu rechnen.

Vorsicht auf der Autobahn

Gestiegen ist auch das Risiko von gefährlichen Rissen und Abplatzungen auf den Straßen - sogenannten Blow-ups. Die Autobahndirektion Südbayern hat daher die Warnstufe 2 auf kritischen Abschnitten mit alten Betondecken ausgerufen. „Ab einer Temperatur von 28 Grad wird zunächst gewarnt; sind mehr als 30 Grad angekündigt, gilt im nächsten Schritt ein Tempolimit von 80 Stundenkilometern“, erklärte Sprecher Josef Seebacher. „Insgesamt ist in Südbayern seit Donnerstag auf 160 Kilometern das Tempo gedrosselt.“ Betroffen sind unter anderem die A 92 zwischen Feldmoching und Dingolfing und Teile der A 94 bei München. Motorradfahrern wird geraten, die Strecken zu meiden.

Bis zu 60 Grad im Auto

Auch der ADAC warnte vor der Hitze: In manchen Autos herrschten Verhältnisse wie in einer Sauna. „Bei direkter Sonneneinstrahlung kann sich ein Auto auf über 60 Grad aufheizen“, sagte ADAC-Sprecherin Andrea Piechotta in München. „Autofahrer werden dann rasch müde und unkonzentriert.“ Der Automobilclub rät daher, bei Sonnenparkplätzen die Windschutzscheibe abzudecken und vor dem Losfahren erstmal alle Türen zu öffnen, um das Auto kräftig durchzulüften. Auch in den ersten Fahrminuten sollten zunächst nur die Fenster geöffnet werden - erst dann solle die Klimaanlage aktiviert werden.

Lesen Sie hier: Hitze im Sommer - 15 "Überlebenstipps" für Autofahrer

Achtung vor dem Sprung ins Wasser

Vor einem vermeintlich wohltuenden Sprung ins kühle Nass warnte die DLRG erhitzte Sonnenanbeter: „Das kann zu Kreislaufproblemen führen“, sagte der Sprecher der Lebensrettungsgesellschaft in Bayern, Horst Auer. Er rechnet wegen der Hitzewelle mit einem Anstieg der Einsätze zur Rettung Ertrinkender. Es solle nur dort geschwommen werden, wo es eine Aufsicht gibt, mahnte Auer. Außerdem sollten Freunde einander stets im Blick haben: „Die meisten ertrinken lautlos, etwa zwei bis drei Meter vom Ufer entfernt. Wildes Gefuchtel kommt nur selten vor.“

Im Laufe des Freitags kletterten die Ozonwerte in einigen Regionen Unterfrankens auf über 180 Mikrogramm pro Kubikmeter. Ab diesem Wert rät das Bayerische Landesamt für Umwelt Ozon empfindlichen Personen davon ab, draußen Sport zu treiben.

Lesen Sie hier: So belastet Hitze die Gesundheit

dpa

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