Unbekannte fackeln Autos ab

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So sah der Parkplatz nach dem Brandanschlag aus: 26 Autos wurden vernichtet.

Das ist der Horror für jeden Urlauber. Während man friedlich im Hotelzimmer schläft, fackelt irgendein Wahnsinniger das Auto ab.

Das genau ist einer Familie aus Bernbeuren (Kreis Weilheim-Schongau) passiert – im Club Med in Cargèse auf Korsika. Von dem VW Sharan, mit dem Josef und Gisela Köpf mit ihren Kindern Melanie (16) und Florian (11) in die Ferien gefahren waren, blieb nur ein kokelndes Gerüst übrig. Insgesamt waren auf dem Parkplatz vor dem Club 26 Autos in Flammen aufgegangen. Wer dahintersteckt ist nicht geklärt.

„Ich war völlig fassungslos“, beschreibt Gisela Köpf ihre ersten Gefühle nach dem Brandanschlag in der Nacht zum 7. September. Von dem Brand bekamen die Gäste in der Hotelanlage zunächst überhaupt nichts mit. „Der Wind hat den Gestank aufs Meer hinaus geweht“, erzählt Gisela Köpf. Die Hotelleitung betrieb dazu eine seltsame Informationspolitik. Zunächst durften die Gäste nämlich überhaupt nichts von der Katastrophe erfahren. Erst durch Zufall entdeckte Josef Köpf am nächsten Tag, dass sein Sharan ausgebrannt war.

„Wir haben den Autoschlüssel gesucht und ich bin zum Wagen, um nachzusehen, ob wir ihn dort verloren haben.“ Auf dem Weg kam ihm ein entsetzter Familienvater aus Frankreich entgegen. „Der war völlig aufgelöst und hat mir ein Handybild gezeigt“, sagt Josef Köpf. Was er auf dem Bild zu sehen bekam, konnte der Familienvater erst gar nicht fassen. Auf dem Parkplatz dann die Gewissheit – alle Autos Schrott! Zurück im Hotelzimmer, erzählte er seiner Frau, was passiert war. „Ich konnte es auch erst nicht glauben, und bin selbst runter zum Parkplatz gelaufen“, erzählt Gisela.

Hilfe vom Hotel-Management? Fehlanzeige! Manche Hotelgäste hätten sogar erst Tage nach dem Anschlag davon erfahren, dass ihr Auto ausgebrannt ist. „Die Hotelleitung war mit der Situation völlig überfordert“, sagt Josef Köpf. Die Familien, die wussten, dass sie von dem Unglück betroffen sind, wurden später von der französischen Polizei verhört. Für die Oberbayern gab es aber keine Dolmetscher. Gisela Köpf hatte den Eindruck, „dass von offizieller Seite kein großes Interesse bestand, den Anschlag aufzuklären“. Und: Obwohl über den Brandanschlag groß in korsischen Zeitungen berichtet wurde, nahm sich auch die deutsche Vertretung nicht der Opfer an.

Wenigstens konnte die Familie dank eines guten Versicherungsschutzes die Heimreise antreten – später als geplant, aber viel schneller: mit dem Flugzeug.

Katharina Paul

Quelle: tz

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