Inhaber sauer auf Holidaycheck

"Unbeliebteste Hotels" wehren sich gegen Ranking

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Plötzlich am Pranger: Alpenrose-Geschäftsführer Stefan Menig will gegen die Schmäh-Bewertungen vorgehen.

Miesbach - Im aktuellen Ranking „Die zehn unbeliebtesten Hotels Deutschlands“ sind gleich zwei Gastgeber aus dem Landkreis vertreten: das Hotel Alpenrose in Bayrischzell und das Seehotel zur Post in Tegernsee. Die Inhaber sind sauer.

Die Vorwürfe sind markig: In Bayrischzell, so ein anonymer Urlauber auf dem Reise-Online-Portal Holidaycheck, soll Roséwein aus Rot- und Weißwein zusammengepanscht worden sein. Und in Tegernsee sei unter anderem das Frühstück mit Margarine-Dose auf dem Tisch eine Zumutung. Die Bewertungen wurden gelesen. „Bei uns steht das Telefon nicht mehr still“, sagt Stefan Menig und berichtet von Beschimpfungen. Der Alpenrose-Geschäftsführer prüft nun rechtliche Schritte. Auch Seehotel-Betreiber Eduard Zech, der sich öffentlich nicht äußern will, behält sich Maßnahmen vor.

Neben Falschbehauptungen wurmt Menig die Anonymität der Bewertungen. „Jeder kann da etwas schreiben - egal, ob es stimmt oder nicht.“ Und die Bewertungen eignen sich bestens als Druckmittel. „Ich habe im vergangenen Jahr Anrufe bekommen, bei denen ich aufgefordert wurde zu zahlen.“ Anfang 2012 seien es mal 998 Euro gewesen, die er auf ein niederländisches Konto hätte überweisen sollen, „sonst würden wir bei Holidaycheck nicht mehr die 70 Prozent positive Bewertungen schaffen, die angeblich für die großen Reiseveranstalter maßgeblich sein sollen“. Menig zahlte nicht. Gestern lag sein Haus bei 56 Prozent Weiterempfehlungen.

Dabei sei die Alpenrose mit 50 Betten ganzjährig gut gebucht. „Wir haben Tausende Übernachtungen pro Jahr. Wie können 20 negative Bewertungen bei insgesamt 54 für diese Top 10 reichen?“, fragt Menig.

Bei Holidaycheck verweist man auf eine Datenbankabfrage aller Bewertungen im Jahr 2012 bis Februar 2013 für deutsche Hotels nach Weiterempfehlungsraten und Noten, die dem Ranking zugrunde lägen. Beachtet wurden Betriebe mit mindestens 20 neue Bewertungen. Jede per Mail bestätigte Bewertung durchlaufe einen Filter, der 16 Kriterien untersuche. Unstimmige Bewertungen würden genau untersucht und Übernachtungsnachweise angefordert. Fälscher und Fälscher-Agenturen werden laut Holidaycheck verklagt.

Georg Overs, Geschäftsführer des Verbands Tegernseer Tal Tourismus, kennt das Problem mit dem Wahrheitsgehalt. Er empfiehlt Gastgebern, das Internet regelmäßig zu kontrollieren und sich auch zu wehren. Zudem solle man Gäste zu positiven Beurteilungen auffordern. Bayrischzells Tourismus-Manager Harald Gmeiner verweist aufs Buchungssystem IMWeb: „Diese Bewertungen sind wenigstens realistisch.“

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