23-Jähriger rast mit Porsche gegen Baum

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Für drei Insassen dieses Porsche Cayenne kam jede Hilfe zu spät.

Achmühle – Die drei Insassen des silbergrauen Porsche Cayenne Turbo hatten keine Chance. Mit extremer Wucht war der 500 PS starke Allrad-Bolide am Sonntagmorgen gegen 4 Uhr in Achmühle (Gemeinde Eurasburg/Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) gegen einen Baum geprallt.

Zwei 23-jährige Geretsrieder und ein Wolfratshauser (40) waren auf der Stelle tot.

Auf 41 Dienstjahre kann Paul Wenus zurückblicken. „Aber so etwas Grausiges habe ich noch nicht gesehen“, sagt der Kreisbrandmeister, der gemeinsam mit Kreisbrandinspektor Christian Sydoriak den Einsatz der knapp 60 Feuerwehrmänner aus Eurasburg, Beuerberg und Wolfratshausen vor Ort koordinierte.

Laut Polizei hatte der 23-jährige Porsche-Fahrer kurz nach der Ortschaft Achmühle in einem Waldstück auf der Staatsstraße 2370 – dort ist maximal Tempo 60 erlaubt – die Gewalt über den Pkw verloren. Offenbar versuchte der Geretsrieder gegenzulenken, dabei kippte der mehr als zwei Tonnen schwere Cayenne auf die Seite und schleuderte mit großer Wucht gegen einen Baum. „Das Auto prallte mit der schwächsten Stelle, mit dem Dach, gegen den Baum“, berichtet Einsatzleiter Wenus. Alle drei Insassen wurden eingeklemmt und waren sofort tot. Teile des zerstörten Autos verstreuten sich in einem Radius von rund 30 Metern um die Unfallstelle. Die Feuerwehr musste den Porsche mit einer Seilwinde vom Baum wegziehen, um die Toten aus dem Pkw-Wrack herausschneiden zu können.

Bilder: Horror-Unfall bei Eurasburg

Für drei Insassen des Porsche Cayenne kam jede Hilfe zu spät. © Sabine Hermsdorf
Für drei Insassen des Porsche Cayenne kam jede Hilfe zu spät. © Sabine Hermsdorf
Für drei Insassen des Porsche Cayenne kam jede Hilfe zu spät. © Sabine Hermsdorf
Für drei Insassen des Porsche Cayenne kam jede Hilfe zu spät. © Sabine Hermsdorf
Für drei Insassen des Porsche Cayenne kam jede Hilfe zu spät. © Sabine Hermsdorf
Für drei Insassen des Porsche Cayenne kam jede Hilfe zu spät. © Sabine Hermsdorf
Für drei Insassen des Porsche Cayenne kam jede Hilfe zu spät. © Sabine Hermsdorf
Für drei Insassen des Porsche Cayenne kam jede Hilfe zu spät. © Sabine Hermsdorf
Für drei Insassen des Porsche Cayenne kam jede Hilfe zu spät. © Sabine Hermsdorf
Für drei Insassen des Porsche Cayenne kam jede Hilfe zu spät. © Sabine Hermsdorf
Für drei Insassen des Porsche Cayenne kam jede Hilfe zu spät. © Sabine Hermsdorf
Für drei Insassen des Porsche Cayenne kam jede Hilfe zu spät. © Sabine Hermsdorf

Bei dem Cayenne Turbo (Neupreis gut 100 000 Euro) handelt es sich um ein Fahrzeug aus der Flotte der Leasingfirma KR in Wolfratshausen. Der 1992 gegründete Betrieb hat sich unter anderem als Anbieter exklusiver Sportwagen (Porsche, Ferrari, Maserati, Lamborghini) einen Namen gemacht. Der 40-jährige Wolfratshauser, der im Unfallauto auf dem Beifahrersitz saß, war Mitarbeiter der Firma KR „und hatte den Pkw zu Recht in Gebrauch“, erklärt Fritz Braun, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Welchen Grund es für die Fahrt am frühen Morgen des 1. Advent gab und warum der 23-Jährige hinterm Steuer saß, konnte die Polizei noch nicht ermitteln. Die Staatsanwaltschaft München II ordnete die Erstellung eines unfallanalytischen Gutachtens an, eine Hubschrauberbesatzung fotografierte die Unfallstelle aus der Luft.

Kreisbrandmeister Wenus befahl seinen Kameraden, sich nach dem rund fünfstündigen Einsatz im Gerätehaus in Eurasburg einzufinden („es fährt keiner nach Hause“). Er appellierte dort an die Feuerwehrmänner, über „die furchtbaren Bilder vom Unfallort, die unter die Haut gingen“ zu sprechen. „Wenn einer merkt, dass er nicht alleine mit dem Erlebten klarkommt, soll er sich bei seinem Kommandanten melden oder Kontakt zum Kriseninterventionsdienst herstellen.“ Nach einem solchen Einsatz Schwäche zu zeigen, betont der Kreisbrandmeister, „ist eine Stärke“.

Carl-Christian Eick

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