Drei Frauen verletzt

Wagen stürzt um: Wie kam es zum Leonhardi-Unfall?

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Beim Leonhardi-Ritt in Tölz ist ein Wagen umgekippt.

Bad Tölz - Ein Wagen ist bei der Leonhardifahrt in Tölz umgestürzt. Die in dem Gefährt sitzenden Frauen sind geborgen worden - zwei von ihnen kamen ins Krankenhaus.

Es dreht sich bei der Leonhardifahrt alles um Pferde und deren Schutzpatron: Dessen Gedenktag ist der 6. November. Die Fahrt in Bad Tölz – eine der bekanntesten und mit 80 Gespannen sowie bei schönem Wetter mit bis zu 25 000 Zuschauern eine der größten – endete gestern beinahe in einer Katastrophe. Weil ein Pferd scheute, kippte einer der Wagen um, drei Frauen wurden verletzt.

Der Wagen mit der Nummer 5 hatte am Donnerstagvormittag in Bad Tölz den Weg über die Isarbrücke hoch zur Kirche auf dem Kalvarienberg hinter sich, die vier Pferde hatte den Segen bereits erhalten. Kutscher Johann G. (43) wartete mit dem Wagen, in dem zwölf Schalkfrauen saßen, eine gute halbe Stunde nach dem Start auf der Wiese am Gotteshaus auf die anderen Teilnehmer. Um exakt 9.37 Uhr scheute plötzlich eines der Pferde und riss die anderen drei Tiere mit. Diese keilten dann seitlich aus und brachten so das ganze Gefährt zum Kippen.

Keiner weiß, warum das Pferd scheute. Ein flatterndes Kleidungsstück, ein Regenschirm, ein Geräusch oder vielleicht auch nur ein auffliegender Vogel? „Der Grund ist nicht bekannt“, heißt es bei der Polizei, man gehe aber von „einem Einfluss von außen“ aus. Dem Wagenführer, der laut Polizei „sehr erfahren“ sei und mit seinem Truhenwagen bereits mehrfach an der Fahrt teilgenommen hat, sei nach derzeitigem Erkenntnisstand nichts vorzuwerfen. Ein zu seiner Entlastung routinemäßig vorgenommener Alkotest verlief negativ.

Eine der Frauen, die auf dem Wagen saß, sagte gegenüber dem Tölzer Kurier, dass für sie der Unfall „wie aus heiterem Himmel“ kam. Sie und die anderen Frauen der Gruppe aus Hechenberg (Gemeinde Dietramszell) wurden auf die Wiese geschleudert, drei von ihnen mussten verletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Eine 53-Jährige erlitt eine Hüftverletzung, eine 45- und eine 56-Jährige konnten mit Prellungen nach ambulanter Behandlung gestern im Laufe des Tages wieder nach Hause.

„Nicht auszudenken, wenn das auf der Straße oder zwischen den vielen Zuschauern passiert wäre“, sagte die Frau, die nach dem Unfall mit den unverletzten Teilnehmerinnen von der Feuerwehr nach Hause gebracht wurde. Auf der Wiese neben der Kirche war viel Platz, dort standen nur wenige Zuschauer. „Nicht umsonst betet man jedes Mal, dass es gut ausgeht“, sagte der Tölzer Bürgermeister Josef Janker zum relativ glimpflichen Ausgang.

Die Kutsche wurde bei dem Sturz stark beschädigt, wie hoch der Schaden ist, konnte gestern allerdings noch nicht festgestellt werden. Die Pferde überstanden den Unfall unbeschadet – Leonhardi sei Dank.

Die Veranstalter weisen übrigens stets darauf hin, dass sich die Zuschauer gegenüber den Tieren mit Respekt verhalten sollen, und sie warnen, dass es Verletzte und gar Tote geben könne, wenn die Rösser durchgehen. Darum sind auch Hunde entlang der Strecke nicht erlaubt.

Volker Pfau

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