Nach schwerem Unfall auf B472

23-Jähriger sagt Helfern auf Facebook Danke

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In diesem Auto überlebte der 23-Jährige den schweren Unfall.

Bad Tölz - Bei dem Unfall, bei dem zwei 18-Jährige ums Leben kamen, war Dominik Reigl der dritte Unfallbeteiligte. Er versucht, die Ereignisse auf seine Weise zu verarbeiten: mit einem umgewöhnlichen Eintrag auf Facebook.

Die Region steht unter dem Eindruck des Unfalls, bei dem in der Nacht zum Sonntag zwei 18-Jährige ums Leben kamen. An den Ereignissen zu knabbern hat auch Dominik Reigl, der dritte Unfallbeteiligte – auch wenn er den Zusammenstoß körperlich glimpflich überstanden hat. Der 23-Jährige hat versucht, die Tragödie mit einer ungewöhnlichen Veröffentlichung auf Facebook zu verarbeiten. Die Solidarität ist riesig: 874 Nutzer haben den Eintrag schon auf ihren Seiten geteilt.

In der Nacht zum Sonntag war der 23-Jährige, der in Rosenheim wohnt, auf dem Weg zu seinem Elternhaus in Tölz. Auf der Gegenfahrbahn verlor ein 18-jähriger Tölzer auf der regennassen, abschüssigen Straße die Kontrolle über sein Fahrzeug, prallte gegen die Leitplanke und wurde von dort auf Reigls Fahrzeug geschleudert.

 Der 23-Jährige konnte sich zunächst nicht aus dem Auto befreien. Mehrere Personen, die zufällig vorbeikamen, leisteten Erste Hilfe. „Drei Musiker der Band Painted Desert haben mir geholfen, über den Rücksitz aus dem Auto zu kommen“, schildert der Orthopädie-Techniker. „Sie hatten sogar einen Stuhl dabei, auf den ich mich setzen konnte.“ Die Insassinnen eines anderen Autos „haben die ganze Zeit auf mich eingeredet. Das war in dem Moment perfekt für mich“. Notarzt, Polizei, Feuerwehr und Sanitäter seien „in Nullkommanix“ vor Ort gewesen. „Ich war sehr überrascht, wie schnell das ging. Das war gigantisch.“

Um möglichst alle Helfer zu erreichen, schien Reigl eine Veröffentlichung auf seiner Facebook-Seite der beste Weg. Aber er wollte auch die Gedanken teilen, die ihm nach dem Tod des 18-jährigen Tölzers und dessen gleichaltriger Beifahrerin durch den Kopf gingen. „Ich dachte darüber nach, wie froh ich bin, dass ich lebe, atme und gesund bin.“ Dass drei gebrochene Zehen seine einzigen Verletzungen sind, empfindet er als „Jackpot im Casino“. Andere ruft er nun dazu auf, es nicht als Selbstverständlichkeit zu betrachten, heil anzukommen, sondern nicht zu schnell oder gar betrunken zu fahren und das Auto gut zu warten. Das solle freilich in keiner Weise bedeuten, dass der 18-jährige Fahrer etwas falsch gemacht hätte. „Ich wollte nur weitergeben: Passt auf!“

Mit der riesigen Resonanz des Facebook-Eintrags hätte der 23-Jährige nicht gerechnet, sie ist ihm fast etwas unangenehm. „Aber dass mir hunderte Menschen gute Besserung gewünscht haben, hilft mir riesig.“

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