Hauptsach' pünktlich?

Bergbahn: Schwere Vorwürfe von Ersthelfern

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Erst kümmerten sich die Ersthelfer um den Verletzten, dann wollten sie mit der Seilbahn fahren. Doch diese fuhr ohne sie ab.

München - Ist Pünktlichkeit wirklich wichtiger als Hilfsbereitschaft? Diese Frage stellt sich in Marktschellenberg. Nach einem Bergunglück erheben Ersthelfer schwere Vorwürfe gegen die Untersbergbahn.

Die Betreiber der Bahn sollen nicht auf die Ersthelfer und einen geschockten und geschwächten Wanderer gewartet haben, weil sich sonst die letzte Abfahrt ins Tal verspätet hätte. Ein Mitarbeiter der Bergbahn weist die Vorwürfe zurück.

Es ist Pfingstsamstag. Ein Wanderer stürzt unterhalb der Toni-Lenz-Hütte ab und wird schwer verletzt. Sein Begleiter bleibt geschockt zurück. Eine Wandergruppe eilt sofort zu dem Schwerverletzten. Die Ersthelfer rufen die Bergrettung, der Wanderer wird mit einem Hubschrauber vom Berg in eine Klinik geflogen. Gemeinsam mit dem unter Schock stehenden Begleiter des Verunglückten machen sich die Ersthelfer auf den Weg zur Untersbergbahn. Sie wollen die letzte Abfahrt um 17 Uhr ins Tal erreichen. Rund 300 Höhenmeter unterhalb der Bergstation bemerkt die Gruppe laut Newsportal aktivnews, dass sie in Zeitnot geraten. Drei Bergsteiger eilen voraus, um die Betreiber zu bitten, auf die Wanderer zu warten. Ohne Erfolg: Die Bahn verweigert laut Aussage der Ersthelfer das Warten. Weil die Zeit zu knapp wird, entscheiden sich die übrigen Wanderer also für den Abstieg. Dieser ist beschwerlich, für alle eine nervenaufreibende Angelegenheit. Erst im Dunkeln erreichen sie das Tal.

Ein Mitarbeiter der Seilbahn wies die Vorwürfe am Mittwoch zurück. „Gegen 16.45 Uhr wurden wir gebeten, circa 30 Minuten zu warten, dies haben wir auch getan“, so der Mann zur tz. Um 17.18 Uhr sei die Bahn dann aber aufgrund der anderen Kunden ins Tal gefahren. Böser Wille stecke nicht dahinter: „Jeden Tag wollen Wanderer, dass wir noch kurz warten. Doch wir können nicht dauernd auf vereinzelte Leute warten.“ Liegt ein Notfall vor, müssten Wanderer die Bergrettung rufen.

aw

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