Unwetter in Bayern - 100 Notrufe in Straubing

Es war, als ob die Welt untergehen würde: Schwere Gewitter mit sintflutartigen Regenfällen und Orkanböen haben in der Nacht zum Freitag in einigen bayerischen Landkreisen zu chaotischen Straßenverhältnissen geführt.

Besonders heftig tobte der Sturm rund um die Stadt Straubing. Dort standen mehrere Straßen teilweise bis zu 1,25 Meter unter Wasser, Gullydeckel wurden von den Wassermassen in der Kanalisation ausgehoben und weggeschwemmt. Innerhalb von 90 Minuten gingen in der Einsatzzentrale der Polizei rund 100 Notrufe ein. Die Feuerwehr musste rund 40 Hauskeller und einen Pfarrsaal auspumpen. Sogar ein Streifenwagen der Polizei fiel aus – Wasser war in den Motorraum eingedrungen.

In Wiesenfelden (Kreis Straubing-Bogen) goss es wie aus Kübeln: innerhalb einer Stunde fielen 61 Liter Regen pro Quadratmeter. Bäume, Verkehrsschilder und Werbetafeln kippten reihenweise um. In den Kreisen Deggendorf und Straubing-Bogen mussten deshalb kurzzeitig neun Straßen gesperrt werden. Im Raum Passau fiel vereinzelt der Strom aus, nachdem der Sturm Stromkabel gekappt hatte.

Auch im Ostallgäu und in Augsburg gab es Unwetter mit überschwemmten Straßen und Häusern sowie abgebrochenen Bäumen. In Bobingen geriet vermutlich durch Blitzschlag ein Sägemehl-Silo in Brand. Im Augsburger Hauptbahnhof mussten bereits am Donnerstagabend etliche Reisende teils stundenlang auf ihre Züge warten, nachdem die Fernverkehrsstrecke Augsburg-München nach einem Blitzeinschlag in ein Stellwerk blockiert war. Die Fernbahnen wurden über Ingolstadt umgeleitet, einige Zeit gab es keinerlei Zugverbindung zwischen Augsburg und München.

In Bayreuth gab es am Donnerstagabend einen Wassereinbruch im Festspielhaus auf dem Grünen Hügel. Feuerwehrleute mussten den Keller des berühmten Konzerthauses leer pumpen. Mitten in Bayreuth schlug der Blitz in eine Dachgeschosswohnung ein, die sofort in Flammen aufging. Die Bewohner waren aber glücklicherweise gerade nicht zuhause. Schaden am Haus: rund 100 000 Euro.

Im Berchtesgadener Land führten die Regenfälle zu einem Murenabgang. Zwischen Unterjettenberg und Baumgarten wurde deshalb die Bundesstraße gesperrt.

Quelle: tz

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