Gefangen in der Schneewalze

Wetter-Chaos am Brenner überrumpelt tausende Urlauber - Reporter erläutert Ausmaß

Schneechaos in Lienz (Osttirol, o.) ... 

Was eigentlich als erholsames Wochenende im Ahrntal geplant war, wurde für tz-Reporter Uli Heichele und seine Frau durch die Schneewalze am Brenner zu einer Tour ins Mega-Chaos.

  • tz-Reporter Uli Heichele wollte mit seiner Frau eigentlich ein erholsames Wochenende im Ahrntal genießen
  • Der heftige Wintereinbruch mitten im November durchkreuzte alle Pläne 
  • Auf der Heimreise geriet das Münchner Paar in ein Mega-Chaos am Brenner und schaffte es nach vielen Stunden Verzögerung nach Hause

Mitten im November rollt eine Schneewalze über die südlichen Alpen hinweg. Lawinen donnern ins Tal, Bäume brechen reihenweise unter der Schneelast zusammen. Mittendrin im weißen Chaos strandete gestern der Lokal-Vize Uli Heichele (43).

... und am Brenner.

Der Münchner war am Freitag mit seiner Frau ins Ahrntal gefahren, um dort beim Schwimmen, Saunieren und Spazierengehen auszuspannen. Ans Spazierengehen war schon nicht zu denken. Heichele: „Seit Freitag hatte es schon ständig geschneit, die Wanderwege waren dicht, und irgendwo auf den Berg zu fahren war auch nicht möglich, da hätte man Schneeketten gebraucht.“

Der heftige Schneefall knickte Bäume reihenweise um 

Gestern früh um 9 Uhr startete das Paar wieder Richtung Heimat. „Wir hatten schon Glück, weil überall schon die ersten Straßensperren gemeldet waren.“ Der heftige Schneefall hatte Bäume reihenweise knicken lassen. Viele Südtiroler Täler sind wegen Lawinen oder der Gefahr weiterer Abgänge von der Außenwelt abgeschnitten. Am Teufelsegg im Schnalstal liegen 2,78 Meter Schnee, während es in tieferen Lagen Dauerregen gibt. Kärnten bereitet sich schon auf Hochwasser und Muren vor.

Uli Heichele unterwegs am Brenner

Bei den Heicheles lief es bis zur Brennerautobahn gut. Doch kaum, dass sie auf der Schnellstraße waren, standen sie im Stau. Was sie noch nicht wussten: Der schwere Nassschnee hatte bei Franzensfeste einige Bäume in die Oberleitung der Brennerbahn kippen lassen, das Kabel stürzte auch auf Autobahn und Bundesstraße, alle drei Verkehrsadern wurden gesperrt. Heichele: „Schließlich haben die Arbeiter die Leitplanken abgeschraubt und alle Autofahrer mussten wieder Richtung Süden umdrehen.“ An der Ausfahrt Brixen wieder Schneckentempo – die Mautstation. Immerhin durften die Autofahrer passieren, ohne zu zahlen. 

Die Heicheles beschließen, erst mal Mittag zu essen. Just in dem Moment, als sie endlich einen Restauranttisch haben, kommt im Radio die Meldung: Autobahn wieder frei! Also steigen die Heicheles wieder ins Auto, um um 14 Uhr da loszufahren, wo sie drei Stunden vorher schon mal waren. Um 16 Uhr passierten sie den Brenner. Ankunft in München: 19 Uhr, nach fast zehn Stunden Fahrt. Und wie sieht es hierzulande aus? Auch für viele Teile Deutschlands gibt es Warnungen vor Frost und Glätte.

Für das Wetter an Weihnachten 2019 haben Experten eine miese Vorhersage gemacht. Wenig später änderten neue Entwicklungen den Trend - vielleicht klappt es also doch mit Schnee unter dem Christbaum

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