Vorrübergehend Katastrophenfall ausgerufen

„So etwas kennen wir nur aus dem Fernsehen“: Heftige Unwetter in bayerischer Region - Schule geschlossen

Im Landkreis Hof dürfte der Mittwoch für viele Menschen anders laufen als ursprünglich geplant. Sie müssen nach starken Überschwemmungen erstmal die Schäden beseitigen.

Hof - Nach den Unwettern in der Region Hof müssen viele Oberfranken am Mittwoch (14. Juli) zunächst einmal ihre nassen und verdreckten Keller wieder herrichten. Bis in die frühen Morgenstunden waren die Feuerwehren mit Auspumpen beschäftigt, auch Straßen wurden überflutet.

Heftige Unwetter im Landkreis Hof - Anwohner: „So etwas kennen wir nur aus dem Fernsehen“

Der Landkreis Hof hatte am Dienstagabend den Katastrophenalarm ausgerufen - dieser wurde am Mittwochmorgen aufgehoben. Binnen zwölf Stunden fielen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes dort bis zu 80 Liter vom Himmel, zudem gab es Gewitter. Von Verletzten war zunächst aber nichts bekannt. „Es war unglaublich“, berichtete ein Anwohner aus der Gemeinde Selbitz. „So etwas kennen wir nur aus dem Fernsehen“, pflichtete ein weiterer bei.

Feuerwehr und Polizei rückten zu über 200 Einsätzen im gesamten Landkreis aus, wie es in einer Mitteilung des Landratsamtes hieß. Besonders betroffen waren neben Selbitz demnach Naila, Köditz, Feilitzsch und Trogen. Mehr als 50 Feuerwehren mit knapp 1000 Einsatzkräften sowie 140 Angehörige des Technischen Hilfswerks (THW) waren im Dauereinsatz, um Wasser aus Kellern zu pumpen und Sandsäcke zu beschaffen.

Katastrophenfall im Landkreis Hof ausgerufen: Schule bleibt nach heftigem Unwetter geschlossen

Weiter wurde mitgeteilt, dass die Grundschule in Selbitz am Mittwoch geschlossen bleibt. Auch die Kindertagesstätte Wichtelland in Köditz bleibe geschlossen, die Schule nach derzeitigem Stand jedoch geöffnet.

Die Selbitz war in der gleichnamigen Ortschaft durch die starken Niederschläge zu einem reißenden Fluss geworden.

In der Region war sogar der Notruf 112 wegen der Vielzahl der Anrufer in Einzelfällen nicht sofort erreichbar, wie das Bayerische Rote Kreuz (BRK) erklärte. Die rettungsdienstliche Versorgung sei aber jederzeit sichergestellt. Allerdings mussten die Einsätze der Feuerwehr priorisiert werden, es kam zu Wartezeiten. Nur zwischen 16 und 21 Uhr kam es zu rund 500 wetterbedingten Alarmierungen.

Wie ein Polizeisprecher am frühen Mittwochmorgen mitteilte, gab es im gesamten Landkreis Straßensperrungen aufgrund von Überschwemmungen sowie einen Verkehrsunfall mit zwei leicht verletzten Personen. Demnach sei ein Auto auf regennasser Fahrbahn gegen eine Leitplanke gerutscht. Zudem kam es zu vollgelaufenen Kellern, umgestürzten Bäumen und vereinzelt auch zu Stromausfällen. (lks/dpa)

In Bayern braute sich in den vergangenen Wochen gehörig etwas zusammen. Ein Experte stellte klar, dass auch Tornados im Bereich des Möglichen seien.

Rubriklistenbild: © dpa/Nicolas Armer

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