Familie entsetzt über würdelosen Tod im Klinikum Garmisch-Partenkirchen

Ur-Oma Ingeborg: Letzte Ölung neben dem Klo

Garmisch-Partenkirchen - Erst der Schock, dass die liebe Mama gestorben ist – und dann das.

Lieblos entsorgt, abgeschoben in ein leerstehendes, gekacheltes Badezimmer mit Dusche und WC – so findet Gabriele B. aus Oberau ihre tote Mutter im Klinikum Garmisch-Partenkirchen. Gerne hätte sie ihre Mama beim Sterben begleitet, sie im Arm gehalten – am Vormittag hatte sie die schwerkranke 85-Jährige noch besucht – aber der Anruf aus der Klinik kam leider zu spät. Viel zu spät: Exakt fünf Stunden nach dem Tod der Mutter wird Gabriele B. erst informiert, und dann erwartet sie auch noch dieser furchtbare Ort. Nicht einmal ein Tischlein steht da, auf dem man eine Kerze aufstellen könnte!

Auch der Krankenhauspfarrer ist entsetzt, sucht ratlos nach einer Abstellmöglichkeit für sein Köfferchen, als er der Toten die letzte Ölung, die man heute Krankensalbung nennt, erteilt. Schließlich hält Gabriele B.s Mann die Utensilien: „Es war furchtbar“, erinnert sich Ga–briele B., „der Kopf meiner Mutter lag direkt neben dem Klo“.

Zwei Wochen sind seit diesem Abend im Krankenhaus vergangen – neben der Trauer um die liebe Mutter empfindet Ga–briele B. inzwischen viel Wut: „Sieht so in der Garmisch-Partenkirchner Klinik der würdevolle, christliche Umgang mit den Toten aus?“, fragt sie. „Das ist ein Armutszeugnis. Von außen wird das Krankenhaus toll hergerichtet, aber das Herz und das Mitgefühl bleiben dabei auf der Strecke …“

Gegen solche Vorwürfe wehrt sich Klinikum-Geschäftsführer Michael Türk. Auf Anfrage des Garmisch-Partenkirchner Tagblatts meint der Kliniksprecher, dass man sich die Vorfälle nicht erklären könne. Das Krankenhaus hat einen Aufbahrungsraum. Warum Ingeborg R. nicht dorthin gebracht wurde – oder zumindest in einen anderen angemessen Raum – kann sich Türk nicht erklären. „Es gibt bei uns klare Richtlinien“, sagt er. Aber an die hat sich offenbar niemand gehalten.

Immerhin hat die Klinikleitung inzwischen mit Ga–briele B. Kontakt aufgenommen und sich entschuldigt – telefonisch.

Das ist für Gabriele B. freilich nur ein schwacher Trost. „Wenn man sich so von einem geliebten Menschen verabschieden und der Pfarrer in einem Bad die Sterbesakramente spenden muss, dann ist das in hohem Maße pietätlos den Angehörigen gegenüber. Man hat einfach keine Achtung vor den Toten“, klagt sie. Und hofft, dass sich im Klinikum in dieser Beziehung wenigstens etwas ändert. „Damit anderen Trauernden diese Erfahrungen erspart bleiben.“

Für sie und ihre Familie kommt das allerdings zu spät. „Diese Bilder“, fürchtet Gabriele B., „werden mich wohl für immer verfolgen.“

Quelle: tz

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