Nach einjähriger Verhandlungsdauer

Urteil im Polizisten-Mordprozess

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Augsburg - Rund zweieinhalb Jahre nach dem Mord am Polizisten Mathias Vieth verkündet das Landgericht Augsburg an diesem Donnerstag das Urteil gegen einen 58 Jahre alten Mann.

Der Angeklagte hatte bereits 1975 bei Augsburg einen Polizisten ermordet und deswegen fast 20 Jahre lang im Gefängnis gesessen. Die Strafkammer hat mehr als ein Jahr lang gegen den Mann verhandelt, der bis zum Schluss seine Unschuld beteuerte.

Die Staatsanwaltschaft sowie die Nebenkläger haben für den 58-Jährigen eine lebenslange Haft wegen Mordes sowie anschließende Sicherungsverwahrung beantragt. Zudem verlangten sie die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Dies würde im Falle einer Verurteilung bedeuten, dass der Angeklagte auch ohne Sicherungsverwahrung wohl mehr als 20 Jahre in Haft sitzen müsste.

Die Staatsanwälte sehen den 58-Jährigen durch zahlreiche Indizien als überführt an. Die beiden Verteidiger haben hingegen einen Freispruch für ihren Mandanten verlangt. Sie deuteten an, dass der zwei Jahre ältere Bruder gemeinsam mit einem unbekannten Dritten als Täter infrage komme. Das Verfahren gegen den Bruder wurde vor wenigen Monaten vorübergehend eingestellt, da der 60-Jährige an Parkinson erkrankt ist. Sofern sich sein Gesundheitszustand bessert, soll der Prozess gegen ihn im Laufe des Jahres von vorne beginnen.

Die beiden Brüder sind angeklagt, weil sie Ende Oktober 2011 den 41 Jahre alten Beamten bei einer heftigen Schießerei im Augsburger Stadtwald umgebracht haben sollen. Der Polizist wurde mit einem Sturmgewehr förmlich hingerichtet. Zuvor soll es zu einer wilden nächtlichen Verfolgsjagd gekommen sein, weil die Streife die Brüder bei den Vorbereitungen eines Raubüberfalls gestört haben soll. Die zwei Männer sind auch wegen versuchten Mordes angeklagt, da die Kollegin Vieths durch einen Streifschuss verletzt wurde. Zudem sind mehrere Überfälle angeklagt.

dpa

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