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Vater zwingt Verführer der Tochter zur Hochzeit

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Die Angeklagten am Donnerstag im Landgericht © dpa

Memmingen - Ein 23-Jähriger hatte die 17-jährige Tochter verführt, jetzt sollte er das Mädchen auch heiraten! Doch die "Überzeugungsarbeit" des Vaters und seines Sohnes war nicht ganz legal.

Wegen Freiheitsberaubung wurden der 48-jährige türkischstämmige Vater und einer seiner Söhne (30) am Donnerstag vom Landgericht Memmingen zu Geldstrafen verurteilt. 2400 Euro soll der Papa bezahlen, 800 Euro mehr der Sohn.

Zusammen hatten die beiden den Freund der Tochter gezwungen, mit in ihr Haus zu fahren. Dort wurde der heute 23-Jährige derart unter Druck gesetzt, dass er in eine Hochzeit einwilligte. Das Paar hatte sich zuvor übers Internet kennengelernt, heimlich getroffen und schließlich miteinander Sex gehabt.

Zunächst schienen die Vorwürfe gegen die Entführer weitaus schlimmer: Das Opfer hatte berichtet, die Männer hätten ihn in Weißenhorn entführt, mit einer Waffe bedroht, geschlagen und nach der erfolgten Hochzeit auch noch monatelang im Haus festgehalten. Das Gericht ging aber davon aus, dass diese Version ins Reich der Märchen gehört. Der Mann, der selbst wegen verschiedener Delikte mehrfach vorbestraft ist, habe sich in seinen Äußerungen massiv widersprochen, sagte die Vorsitzende Richterin. Und: „Er wollte Rache an der Familie nehmen.“

Das Gericht sah es jedoch als erwiesen an, dass Vater und Sohn den Schwiegersohn in spe tatsächlich ins Auto gelockt und ihn auch in ihr Haus geschafft hatten. Dort gab es dann eine Besprechung mit dessen Eltern, Drei Monate später wurde geheiratet.

tz

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