tz-Dialekt-Interview

Verena (14): I red bairisch - und des is a guad so!

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Vorzeige-Dirndl: Verena (14) und ihre Firmpatin Michaela Rechthaler

München - Verena Schöffmann ist 14 Jahre alt und stammt aus Lenggries. Auf unseren Artikel "2050 stirbt Bairisch aus" hat sie sich mit einem flammenden Plädoyer auf den Dialekt bei uns gemeldet.

In der tz gibt sie ein Mundart-Wortlaut-Interview – und zwar so, wie ihr der Schnabel gewachsen ist.

Grüß Gott, Verena! A jungs Madl, des noch so richtig Bairisch red, is heutzutage a Seltenheit, oder?

Verena Schöffmann (14): Ja, des stimmt leider. Selbst in meiner Schule kinnan des nur noch sehr wenige. Des find i echt ned guad.

Wie is denn des bei Dir dahoam?

Naja, des kann i in dem Fall guad versteh!

Verena: Ok, i übersetz’ es ins Hochdeutsche: Der Georg hat einen Eichhörnchenschwanz entwendet, hat ihn an den Zaunpfosten genagelt und da vertrocknet er in der Sonne.

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Respekt! Und wie hat des den anderen Urlaubern gefallen?

Verena: Ja, scho gscheid! Aber des war die bayerische Rache für des, was sie mit unseren Wörtern machen.

Wie meinst Du des?

Verena: Hast Du scho amoi a Wurstbrötchen gegessen?

Ja, freilich!

Verena: Segst as. I ned. Des hoaßt nämlich Wurstsemmel. Aber sogar bei eich in Minga wird des immer mehr vom Brötchen verdrängt! Des find i einfach schad. Unser Dialekt is doch so schee. Woaßt, was mi total überrascht hat?

Erzähl!

Verena: I hab a moi bei der Fernsehserie „Dahoam is dahoam“ a Praktikum gmacht. Und sogar beim Bayerischen Rundfunk ham sie sich gewundert, dass i noch so schee Bairisch red.

Bist Du sehr heimatverbunden?

Verena: Freilich, i hob zwoa saubere Dirndl und bin Gaukönigin bei den Schützen.

Und Du bist also eine richtige Hoffnungsträgerin, dass es Bairisch über 2050 hinaus doch noch gibt!

Verena: I dua mei Bestes. Meine Kinder solln auf alle Fälle a einmal Bairisch reden. Aber dafür brauch i erst no den richtigen Mann!

Muaß der aus Bayern sei?

Verena: Na, ned unbedingt. Er muaß me hoid versteh, so wia i red. Und er muaß an Anstand ham. Und des gilt für alle Leut, egal ob Bayer oder Preiß.

Stefan Dorner

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