Ist der Vergewaltiger von Ansbach ein Serientäter?

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In dieser Unterführung traf der Täter auf das 12-jährigre Mädchen und verschleppte es in ein nagelegens Gartenhaus.

Ansbach - Nach der Vergewaltigung einer 12-jährigen Schülerin in Ansbach ist der mutmaßliche Täter gefasst. Es gibt Anzeichen dafür, dass er für weitere Sexualstraftaten verantwortlich ist.

Neue Ergebnisse:

Polizei und Staatsanwaltschaft wollen heute Mittag Einzelheiten ihrer Ermittlungen bekanntgeben.

Keine 24 Stunden nach der Entführung einer 12-jährigen Schülerin in Ansbach ist der Kripo am Samstag der mutmaßliche Täter ins Netz gegangen. Noch am Abend erging gegen den 25 Jahre alten Deutschen Haftbefehl wegen Vergewaltigung. Möglicherweise sitzt nun ein brutaler Serientäter hinter Schloss und Riegel.

Ansbach: Schülerin (12) missbraucht

Schwerer Missbrauchsfall in Ansbach
Schwerer Missbrauchsfall in Ansbach: Eine 12-jährige Schülerin wurde von einem Mann verschleppt und vergewaltigt. © dpa
Schwerer Missbrauchsfall in Ansbach
In dieser Bahnunterführung wurde das Mädchen verschleppt. © dpa
Schwerer Missbrauchsfall in Ansbach
Die Unterführung wurde von der Polizei abgesperrt. © dpa
Schwerer Missbrauchsfall in Ansbach
Die 12-Jährige war auf dem Nachhauseweg von einer Musikstunde. © dpa
Schwerer Missbrauchsfall in Ansbach
Der mutmassliche Täter zerrte das Mädchen zu diesem verlassenen Grundstück. © dpa
Schwerer Missbrauchsfall in Ansbach
Dort wurde sie in einem Gartenhaus stundenlang missbraucht. © dpa

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Ansbacher Vergewaltiger gefasst - Opfer (12) zuhause

Freitagnachmittag in der Ansbacher Innenstadt, keine 400 Meter von dem Gymnasium entfernt, das im September Schauplatz eines Amoklaufes war: Sabine (12, Name geändert) ist auf dem Heimweg vom Musikunterricht. Im so genannten „Mausloch“, einer unheimlichen Unterführung am Onolzbach, begegnet das Mädchen einer massigen Gestalt. Kein Zeuge bekommt mit, wie der 1,80 Meter große Mann mit weißer, pelzbesetzter Jacke das Kind packt und mit sich schleift.

Der Mann zerrt Sabine hinter sich her – über die belebte Schalkhäuser Straße, am Bahndamm entlang, zu einem Gartenhäuschen am Hohenzollernring. Polizeisprecher Stefan Schuster (43): „Hier verging sich der Mann an der Schülerin.“ Zwei Stunden dauerte das Martyrium des Opfers. Unfassbar: Danach begleitete der Täter die schwer am Kopf verletzte Schülerin auf dem gleichen Weg, den sie gekommen waren, zurück. Polizeihauptkommissar Schuster: „Er lief mit dem Opfer zurück zum Ausgangspunkt der Tat und weiter zum Angletplatz, wo er das Mädchen freiließ.“ Dann floh er in Richtung Feuchtwangen – während das Kind nach Hause rannte und sich den Eltern anvertraute.

Bayerns unheimliche Phantome

Phantombilder Bayern
Der Verdächtige im Mord Luise Zimmermann: Mit diesem Phantombild sucht die Polizei nach dem möglichen Mörder von Luise Zimmermann. © Polizei
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Der miese Vergewaltiger: Dieser Mann hat eine damals 31-jährige Joggerin in der Nähe des Ismaninger Speichersees in ein Gebüsch gezerrt und dort misshandelt. Die Tat geschah am Abend des 25. Juni 2006 zwischen dem Wasserkraftwerk und der Einmündung in die B 471. Der Sex-Täter (ca. 30-40 Jahre alt, kräftige Statur) radelte nach seiner Tat in unbekannte Richtung davon. © Polizei
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Die Bestie vom Brauneck: Am Samstag, den 25. November 2006, gegen 14.30 Uhr, wurde eine 67-jährige Wanderin am Leitenberg, Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, von einem unbekannten Täter überfallen und vergewaltigt. Danach lässt der 40 bis 45 Jahre alte Mann die Frau mit Handschellen gefesselt, Mund und Augen verklebt zurück. Ein Jäger findet das Opfer eineinhalb Stunden später. © Polizei
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Der Doppelmörder von Traunstein: Seit mehr als zwölf Jahren fahndet die Polizei nach diesem Mörder. Er hat am 7. Juni 1997 in Litzlwalchen (Kreis Traunstein) ein holländisches Ehepaar getötet. Mit einem Wohnmobil fuhr er die beiden Leichen rund 270Kilometer weit bis nach Nürnberg. Dort stellte er das Fahrzeug auf einen Parkplatz, später wurden die verkohlten Leichen von Truus und Harry Langendonk gefunden. © Polizei
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Der Angreifer mit dem Säbel: Am 28. Juli 2005, gegen 8.45 Uhr wurde im Augsburger Stadtteil Pfersee eine Radfahrerin überfallen. Der unbekannte Täter schlug der Frau im Vorbeifahren mit einem 60 bis 80 Zentimeter langen Krummsäbel, Krummschwert oder ähnlichem metallischen Gegenstand in den Nacken und verletzte sie schwer. Die Frau wurde schwer verletzt, der Mann radelte einfach davon. © Polizei
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Der Sex-Gangster von Kolbermoor: Nach einem Abend auf dem Rosenheimer Herbstfest wäre eine 22-Jährige von diesem Mann beinahe vergewaltigt worden. Sie fuhr in der Nacht zum 7. September 2008 mit dem Bus zum Kolbermoorer Bahnhof und wollte die letzten Meter zu Fuß gehen. In der Breitensteinstraße wurde sie von dem Täter gepackt. Die Frau wehrte sich durch einen gezielten Stoß mit dem Knie und rannte davon. © Polizei
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Der Räuber mit der hohen Stimme: Mit einer Pistole bewaffnet überfiel dieser Mann am 9. März 2009 den Netto-Markt in Eichendorf (Kreis Dingolfing/Landau). Am Abend lauerte er einer Verkäuferin auf, hielt ihr die Waffe vor und zwang sie zurück in den Laden. Dort bedrohte er zwei weitere Angestellte und erbeutete einen vierstelligen Euro-Betrag. Zeugen berichten, er habe auffällig gepflegtes Hochdeutsch in hoher Stimmlage gesprochen. © Polizei
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Der Huren-Schläger: Weil eine Prostituierte ihm die verlangten Sexpraktiken verweigerte, zog dieser Mann eine Waffe. Als die Frau flüchten wollte, schlug er sie gegen Kopf und Gesicht. Erst als eine Kollegin der Prostituierten hinzukam, machte der Täter sich davon. Die Tat geschah am 26. Februar 2005 in einem Apartment in der Regensburger Frankenstraße. Der Mann soll mit slawischem Akzent gesprochen haben. © Polizei
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Der vermeintliche Kinderschläger: Dieser Mann versuchte am 21. Januar 2009 in Bayreuth, ein Mädchen in seinen blauen Kombi zu ziehen. Er überholte die 9-Jährige, stieg dann aus, packte sie am Arm und zerrte sie in Richtung seines Autos. Das Mädchen wehrte sich und schrie – da ließ der Mann von ihm ab und floh. Das Phantombild zeigt einen 50- bis 60-jährigen Mann mit Halbglatze, einer randlosen Brille sowie einem auffälligen Pickel oder einer Warze auf dem Kinn. © Polizei
Phantombilder Bayern
Der Räuber mit dem stechenden Blick: Dieser Mann soll dieselbe Bank gleich zweimal überfallen haben: Am 24. August 2007 und am 21. September 2007 wurde die Handels- und Gewerbebank Aystetten (Kreis Augsburg) zum Tatort. Wie die Polizei ermittelte, gehen wohl auch sechs weitere Banküberfälle in Baden-Württemberg auf sein Konto. Zeugen sind vor allem seine dunklen Augen mit stechendem Blick und seine schmale Nase aufgefallen. © Polizei

Noch am selben Abend konnte Sabine, die sofort ins Krankenhaus gebracht wurde, den Ermittlern eine sehr präzise Täterbeschreibung geben: Der Mann war zirka 20 Jahre alt, hatte eine kräftige Figur, trug Blue-Jeans und Jacke mit zahlreichen aufgedruckten Pfeilen – und hatte einen ungepflegten Irokesenschnitt, durchsetzt mit rosa Farbe.

Mehrere Passanten hatten den Mann ebenfalls im Tatzeitraum gesehen. Schon am Samstag gegen 14.30 Uhr erfolgte daraufhin der Zugriff in einer Ansbacher Wohnung. Der nach Zeugenhinweisen festgenommene 25-Jährige kam zur Vernehmung und kriminaltechnischen Untersuchung mit auf die Wache. Polizeisprecher Schuster: „Er hat Angaben gemacht.“

Vor allem die auffällige Frisur des Mannes elektrisierte die Fahnder. Denn vor kaum zwei Jahren hatte ein Mann, auf den die Ansbacher Täterbeschreibung wie die Faust aufs Auge passt, schon einmal zugeschlagen – im 150 Kilometer von Ansbach entfernten Stockstadt (bei Aschaffenburg). Damals war eine Joggerin (18) brutal vergewaltigt worden. Die DNA desselben Täters, von dem ein prägnantes Phantombild angefertigt wurde, konnte auch bei Vergewaltigungen in Zapfendorf bei Bamberg (5. Februar 2008) und in Kiedrich (Hessen, 10. Februar) gesichert werden.

Auf die Kripo in Ansbach kommt nun viel Arbeit zu. Kommissar Stefan Schuster: „Bei so schweren Delikten werden ähnlich gelagerte Fälle und Parallelen natürlich überprüft.“ Vorsorglich wurde dem mutmaßlichen Vergewaltiger von Ansbach am Samstag bereits eine Speichelprobe zum DNA-Abgleich entnommen.

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