Grausige Details

Verlobter im Kreissägen-Prozess: „Der Raum riecht nach Tod“

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Polizisten durchsuchen am 20.01.2016 eine Gartenlaube auf einem Grundstück in Haar im Landkreis München (Bayern) nach der Leiche eines Mannes.

Seine Lebensgefährtin hat zugegeben, ihren damaligen Freund mit einer Kreissäge getötet zu haben. Er selbst wurde verurteilt, weil er bei der Beseitigung der Leiche half. Vor Gericht will er sich nicht zu allen Details äußern - dafür zitiert er Hölderin zur Tugend.

Den Geruch einer Leiche erkannte Christian K. (34) sofort: „Es ist eine Mischung aus Patchouli-Öl und Moschus. So riecht nur der Tod.“ Als Tierpfleger war er damit vertraut. Und wusste, dass auf dem Dachboden in der Zunftstraße etwas ganz Schrecklickes passiert sein musste, als er an Pfingsten 2009 die Überreste von Sebastian H. entdeckt – dem Ex seiner Freundin Gabi P. Ihn hatte sie mit einer Kreissäge zerstückelt.

„Ich war geschockt“, sagte Christian H. gestern im Mordprozess aus. „Aber ich liebe Gabi, deshalb habe ich nicht sofort die Polizei gerufen. Ich wollte erst von ihr wissen wollen, was passiert war.“ Also wartete er, bis sie aus dem Urlaub kam. „Sie gab zu, dass sie ihn getötet hatte. Danach brach sie zusammen.“

Aus Angst habe sie es getan, gestand sie Christian K. „Ich konnte spüren, wie verzweifelt sie war“, sagte er aus. „Sie hatte mir früher schon erzählt, wie sehr sie unter ihrem Ex-Freund gelitten hatte. Aber dass es so schlimm war, wusste ich nicht.“ Erst gestern wurden die Details erstmals konkret benannt. „Er zwang sie zu hartem Sex, der mit Hass in Verbindung stand. Sie musste ihm in den Mund pinkeln und junge Mädchen von Sex-Treffs nach Hause locken – alles für ihn“, sagte Christian K. Und weiter: „Sie musste Drogen für ihn einkaufen. Dafür setzte er ihr ein Zeitlimit. Wenn sie es nicht schaffte, verprügelte er sie.“ Regelmäßig sei Sebastian H. ausgerastet und habe Gabi P. auch mit dem Tod bedroht – vor allem, wenn sie ihm nicht gehorchte. „Dieses Mal tut er es wirklich“, habe sie gedacht – und ihn deshalb beim Sex die Kreissäge auf die Brust gedrückt, erzählt K.

Vor Gericht führt er die Bewegung vor: Beide Hände greifen nach vorne, senken sich dann ruckartig nach unten. „Die Wand über dem Bett war übersäht mit Blutspritzern.“

Die Leiche sei zugedeckt gewesen. Fünf Monate lang lag sie auf dem Dachboden, bis K. sie fand und im Garten entsorgte. „Ich musste Gabi helfen“, sagte er. Und nahm harte Konsequenzen in Kauf: Wegen Strafvereitelung verurteilte das Amtsgericht ihn im September zu zweieinhalb Jahren Haft. Nur einen Tag nach seiner Zeugenaussage muss Christian K. heute erneut vor Gericht: Sein Berufungsprozess steht an…

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