Vermisste Christine L. aus Miesbach

Kleine Fortschritte bei Suche nach Christine L.

Der Unbekannte (l.), der Christine L. zuletzt gesehen hat, meldete sich inzwischen bei den Behörden.

Miesbach - Bei der Suchaktion der vermissten Christine L. aus Miesbach gibt es immerhin einen ersten kleinen Fortschritt. Ein Mann aus Deutschland konnte einen Hinweis liefern.

Ihre Angehörigen bangen daheim in Miesbach um das Leben der Tochter. Doch im fernen Neuseeland, wo seit Ende März die Gymnasiallehrerin Christine L. vermisst wird, kommt man mit der Suchaktion nicht weiter. Immerhin: Es gibt einen leisen Fortschritt, ein Mann, der von einer Überwachungskamera aufgenommen worden war und etwas zur Suche beitragen könnte, meldete sich bei den neuseeländischen Behörden. Der Mann kontaktierte die Polizei von Deutschland aus, er war in der Zwischenzeit wieder nach Hause zurückgekehrt.

Die Kunstlehrerin, die wohl ein Sabbathjahr, also eine Auszeit einlegt, war Mitte August letzten Jahres zu einer Weltreise aufgebrochen. Über Asien und Australien ging es nach Neuseeland. „Dort ist dann Spätsommer“, schrieb Christine in einer E-Mail nach Hause. Im Mai wollte sie dann „noch auf den Fidschi-Inseln umschauen“, und von dort wieder nach Asien, um ihren Freund zu treffen.

Doch die Pläne änderten sich radikal am 30. März – dem Tag, an dem sie zum letzten Mal auf der neuseeländischen Südinsel im Fjordland gesehen wurde. Sie wollte am Milford Sound eine höchstens sechsstündige Wanderung unternehmen. Das Wetter verschlechterte sich, es kam zu einem Wintereinbruch und seither gibt es kein Lebenszeichen mehr von der gebürtigen Miesbacherin.

Erst am 10. April wurde sie als vermisst gemeldet, da sie nicht, wie geplant, bei einem Freund in Neuseeland auftauchte.

Der Mann, der sich nun aus Deutschland gemeldet hat, konnte den Mannschaften vor Ort zumindest einen Hinweis geben, wo er die 38-Jährige zum letzten Mal gesehen hat. Doch trotz des Hinweise konnte gestern nicht nach Christine gesucht werden. Wieder mal spielte das Wetter nicht mit, die Helikopter blieben am Boden. Die Suchtrupps müssen also erneut auf wärmeres Wetter warten. Die Männer von der Bergrettung machten sich allerdings zu Fuß auf den Weg durch das riesige Gebiet auf der Route zum dortigen Gertrude-Sattel, doch auch sie fanden nichts. Ein Sprecher der Bergrettung: „Das Wetter hier kann sehr rasch umschlagen, viele unterschätzen die Wildheit der neuseeländischen Natur.“

In Miesbach warten die Eltern der Vermissten derweil auf – erlösende – Neuigkeiten. Der Bild-Zeitung sagte die Mutter: „Diese Ungewissheit zermürbt uns.“ Freunde und Bekannte hoffen nun, dass sich der Wunsch von Christine erfüllt, mit dem sie ihre Botschaft an die Daheimgebliebenen beendet hatte: „Irgendwann Juni bin ich wieder zurück.“

Sie ist nicht die einzige aus Oberbayern, die in Neuseeland verschwunden ist. Zwei Bergsteiger aus dem Kreis Altötting – Vater und Sohn – gelten seit dem Jahreswechsel an Neuseelands höchstem Berg, dem Mount Cook, als verschollen.

Markus Christandl

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