Hund schlägt im Ruhrgebiet an

Vermisste Maria: Neue Spur, neue Fragen

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Maria Baumer verschwand vor rund einem Jahr

München - Wo ist Maria Baumer (27)? Diese Frage stellt sich nach wie vor. Doch nun hat ein Hund im Ruhrgebiet angeschlagen, Zeugen wollen sie gesehen haben. Das gibt neue Rätsel auf.

Das Leben von Maria Baumer schaltete auf einen Schlag in den Turbo. Die heute 27-Jährige hatte das Studium (Geoökologie) abgeschlossen, einen ersten Arbeitgeber, wollte heiraten und war auch noch zur Landesvorsitzenden der katholischen Landjugendbewegung Bayern gewählt worden. Doch nur Tage nach dieser Wahl – am Pfingstsamstag 2012 – war die Frau aus Muschenried (Kreis Schwandorf) verschwunden. Doch nun gibt es eine Fährte zu ihr: Zwei Mantrailing-Hunde aus der Oberpfalz befinden sich seit Mitte vergangener Woche im Ennepe-Ruhr-Kreis in Nordrhein-Westfalen. Grund: „Einer der Hunde hat die Witterung der Vermissten aufgenommen“, berichtet Michael Rebele vom Polizeipräsidium Oberpfalz. Mantrailer orientieren sich ausschließlich an Gerüchen von Menschen und können Duftmoleküle unterscheiden. Beim Mantrailing, was Spuren von Menschen verfolgen bedeutet, wird ein ursprünglicher Geruch des Gesuchten verwendet. Im Fall Baumer stammte dieser von Schuhen der Vermissten.

Doch weshalb ist nun die Oberpfälzer Polizei ausgerechnet im Kreis Ennepe-Ruhr unterwegs, über 500 Kilometer von zu Hause entfernt? Dies geht zurück auf eine Sondersendung von AktenzeichenXY … ungelöst vom November 2012. Es meldeten sich damals 70 Anrufer. Später auch eine 50-jährige Frau aus Gevelsberg und ihre Tochter (23), die Maria Baumer auf einem Foto wiedererkannten, verbunden mit dem Hinweis: „Wir sind uns sicher.“ Sie hätten die Frau im Juni 2012 gegen 16 Uhr gesehen und mit ihr gesprochen. Man sei auch ein Stück miteinander spaziert. Wobei auffiel, dass die Unbekannte Bairisch sprach und davon berichtete, sie sei Pilgerin auf dem Jakobsweg und warte an einer Kirche auf einen Bekannten aus dem Ennepetal, der sie mit dem Auto abholen wolle. Auch ein Ehepaar hatte Beobachtungen gemacht, an einem Wanderparkplatz außerhalb von Gevelsberg. Dazu gab es zwei weitere Zeugen, die von der Frau auf dem Jakobsweg berichteten.

Polizeisprecher Rebele: „Es wurden im April vier dieser Personen unabhängig voneinander vernommen, anhand von Bilderfolgen erkannten drei zweifelsfrei Maria Baumer.“ Doch mehr Hinweise gibt es nicht. Es bleiben also Fragen: Was passierte nach den Begegnungen? Wo steckt Maria Baumer jetzt?

kh/mc

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