Die Vorteile der Flugsysteme

Vermisstensuche: Bergwacht setzt jetzt Drohnen ein

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Grün für Steuer-, rot für Backbord. die Drohne im Einsatz.

Füssen - Es gibt Bedingungen, bei denen die Bergwacht große Probleme hat, Vermisste zu suchen: Nebel, enge Klüfte und vieles mehr. Die Bergwacht Allgäu setzt deshalb Drohnen ein.

Retter von der Bergwacht bereiten das System vor. Es sendet dann Bilder vom Einsatzgebiet.

Wenn im Tal, wo die Hubschrauber auf ihren Rettungseinsatz warten, dicker Nebel herrscht, die Helikopter deswegen am Boden gefangen sind – dann kommt die Zeit der Flugsysteme. So nennt die bayerische Bergwacht ihre Drohnen, denn die gängige Bezeichnung ist den Rettern zu negativ behaftet. „Oft ist es ja so, dass die Helikopter wegen des Sicht nicht aufsteigen können, während über dem Nebel bestes Wanderwetter herrscht“, sagt Florian Abt (29) von der Bergwacht Allgäu.

Er ist Leiter des Flugsystem-Projekts, in dem inzwischen zehn Teams in ganz Bayerns, darunter auch die Bereitschaft in Penzberg, mitmachen. Abt: „Wir fahren mit dem Auto so weit hinauf, bis der Nebel weg ist, dann starten wir das System.“ Zwei Spezialisten kümmern sich um den fliegenden Kameraden. Ein Pilot steuert die Drohne, ein Operator die am System angebrachte Kamera, die so Livebilder aus dem Gebiet vermittelt. Der Einsatzleiter verschafft sich so einen Überblick und dirigiert entsprechend die Rettungsteams.

Zweiter Vorteil: Die Größe der Drohne

Neben dem Lufteinsatz trotz Nebels gibt es auch einen zweiten Vorteil: Das System lässt sich wegen seiner Größe natürlich auch in Winkel, in Scharten und Klüften steuern, in die ein Hubschrauber nie kommen würde. Und es ergeben sich noch mehr Möglichkeiten in der Anwendung. Etwa bei der Suche nach Verschütteten in der Lawine.

Hierfür wurde das Modell, das das Team selbst entwickelt hat, anstatt militärische Systeme einzukaufen, mit Piepser ausgestattet. Auch diese Tests im Lawinenkegel waren erfolgreich. Bald dürfte ein Handyortungssystem folgen. Mittels 3-D-Drucker bauen sich die Bergwachtler Erweiterungen für ihr Flugsystem übrigens selbst.

Das Drohnen-Projekt hat jedenfalls große Beachtung gefunden. Erst im Dezemer gab es hierfür einen Preis beim Wettbewerb Helfende Hand.

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