Katastrophe im Klassenzimmer

Verrohung der Sprache führt bei Schülern zu mehr Aggressionen

München - Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) schlägt Alarm: In den Klassenzimmern (und nicht nur dort) gehen die Kinder dermaßen wüst miteinander um, dass schlimme Folgen zu befürchten sind.

Der BLLV setzt mit einem „Manifest gegen die Verrohung der Sprache“ ein Zeichen. BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann sagt, die Verrohung der Sprache wirke sich deutlich auf die Kinder aus. Wie genau, erklärt Neurowissenschaftler Dr. Joachim Bauer: „Der Hass und die Brutalität der Sprache wird automatisch von jungen Menschen in ihrem Handeln abgebildet.“ Das liege daran, dass die Gehirnregionen, die für Sprechen und Handeln zuständig sind, eng miteinander verbunden sind. „Verbale Ablehnung aktiviert das Schmerzsystem des Gehirns und begünstigt Aggressionen“, so Bauer. 

Das wahre Leben: Beschimpfungen und Ausgrenzung aufgrund von Religion, Hautfarbe und Herkunft sind in Klassenzimmern allgegenwärtig. „Unsere Kinder sollen Respekt, Wertschätzung und Interesse für Andere erleben und leben. Wir appellieren an alle, unsere Gesellschaft vor Spaltung, Brutalität und Radikalisierung zu schützen.“, so ein Auszug aus dem Manifest. 

sdm

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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