Verschwundener Millionär bei Aktenzeichen XY

Kann diese Frau das Rätsel lösen?

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Links: Georg Luxi wird seit über einem Jahr vermisst. Rechts: Weiß sie, wo Georg Luxi steckt? Die Polizei glaubt das – und fahndet nun nach der ebenfalls verschwundenen Lebensgefährtin Maria Schmidt

Deggendorf - Bei der Suche nach einem seit mehr als einem Jahr verschwundenen dementen Millionär aus Deggendorf soll nun das Fernsehen helfen.

Ein alter, vermögender Mann verschwindet plötzlich von der Bildfläche. Seit Januar 2012 fehlt von Georg Luxi aus Deggendorf jede Spur. Der als dement geltende Mann war plötzlich weg – und mit ihm auch seine Lebensgefährtin Maria Schmidt (76). Die Angehörigen sorgten sich, die Polizei ermittelte – doch bis heute ist der 86-Jährige verschwunden. Jetzt sucht Rudi Cerne heute Abend in seiner ZDF-Sendung Aktenzeichen XY nach dem Millionär. Führt seine Lebensgefährtin zu ihm?

Der Fall ist rätselhaft. Seit einem Jahr sind Georg Luxi und seine Lebensgefährtin schon verschwunden. Der Einzige, der wissen könnte, wo die beiden sind, hat bislang die Aussage bei den Behörden verweigert: Es ist der Sohn von Maria Schmidt. Mittlerweile vermuten die Ermittler, dass der demente Rentner durch seine Lebensgefährtin und deren Sohn gezielt abgeschirmt wird.

Spielt das Vermögen des Rentners womöglich eine Rolle? Möglich scheint’s. Denn bereits im Jahr 2008 wurden Maria Schmidt und ihrem Sohn umfangreiche Vollmachten für Luxis Vermögensangelegenheiten erteilt und entsprechend von einem Münchner Notar beglaubigt.

Ungeklärte Morde in München

Maria-Luise-Artmeier 25. Juni 1974: Einer der ältesten ungeklärten Münchner Mordfälle ist gleichzeitig einer der rätselhaftesten. Am 25. Juni 1974 rollt ein roter Ford Escort über die Schleißheimer Straße. Über dem Lenkrad lehnt die bewusstlose Maria-Luise Artmeier, aus ihrer linken Brust quillt Blut. Jede Hilfe für die 24-Jährige kommt zu spät. © fkn/Archiv
Was sich vorher abgespielt hat, bleibt mysteriös. Der Täter hinterließ am Tatort keine Spuren, auch das Tatmesser tauchte nie auf. Bekannt ist, dass die Obermenzingerin nach einem Essen mit Freunden an der Wertherstraße in ihr Auto stieg, wo ihr vermutlich der Mörder auflauerte. Trotz eines Stichs ins Herz fuhr Artmeier noch 200 Meter mit ihrem Wagen, bevor sie zusammenbrach. © fkn/Archiv
Michaela Eisch 17. Mai 1985: Es war der Tag, an dem die achtjährige Michaela (mit ihrer Mutter) zum ersten Mal alleine U-Bahn fahren durfte. Am Michaelibad stieg sie zu, kam jedoch nie am Hauptbahnhof an. Vier Wochen später wurde ihre Leiche in einem Gebüsch an der Braunauer Eisenbahnbrücke gefunden – missbraucht und mit einem Schal erdrosselt. © fkn/Archiv
Zeugen wollen Michaela nahe der Brücke in Begleitung eines blond gelockten Mannes gesehen haben. 26 Jahre nach dem Mord verfolgten die Fahnder 2011 eine neue DNA-Spur und luden 2700 Männer zur freiwilligen Speichelprobe. 250 gaben keine Probe ab. Ob der Täter darunter ist, ist ungewiss. Der Fall beschäftigt die Ermittler weiter. © fkn/Archiv
Karl Heinz Radmiller August 2011: Zwei Monate galt der 81-jährige Karl Heinz Radmiller als vermisst, bis die spärlich bekleidete Leiche des Rentners in einem Wald nahe der Bundesstraße 471 nördlich von Ismaning aufgefunden wurde. Im Bereich seines Oberkörpers fanden sich Anzeichen eines gewaltsamen Todes. Zudem fehlen bis heute sein Geldbeutel, Handy und Wohnungsschlüssel. © 
Das Gebiet gilt als Treffpunkt für Homosexuelle, den laut Angaben von Angehörigen auch Radmiller häufig aufsuchte. Die Polizei geht davon aus, dass dies zum letzten Mal am 20. oder 21. August 2011 geschah. Der Fall war zwei Mal Thema bei „Aktenzeichen XY“, ohne dass entscheidende Hinweise eingingen. © 
Kristin Harder Dezember 1991: „Ich gehe jetzt noch ins Schumann’s“: Mit diesen Worten verabschiedete sich Studentin Kristin Harder in der Nacht des 12. Dezembers 1991 im Nachtcafé von ihrer Begleitung. Danach verliert sich ihre Spur. Monate später fand man eine Hand und ein Bein von ihr – in so großem zeitlichen Abstand, dass die Ermittler glauben, der Täter habe die Leiche zerstückelt und eingefroren. © Archiv
Im Jahr 2003 geriet Wolfang S. ins Visier der Fahnder. Der Manager war der Begleiter von Harder im Nachtcafé und ist der letzte der Polizei bekannte Mann, der Harder lebend gesehen hat. Der Verdacht gegen S. ließ sich jedoch nicht erhärten. Wer die 28-Jährige ermordete, bleibt ein Rätsel. © Archiv
Stefan Pecher 9. Mai 1996: Kostete ihn die Verwicklung in illegale Geschäfte das Leben? Der 22-jährige Stefan Pecher wurde am 10. Mai 1996 in Neuhausen erstochen in seinem roten Honda Civic aufgefunden. Ermittlungen der Mordkommission ergaben, dass der selbstständige Kaufmann mit Ecstasy und Kokain gedealt hatte. © fkn/Archiv
Zudem fanden sich bei einem Bekannten Pechers eine Maschinenpistole sowie weitere Waffen, die nachweislich Pecher gehörten. In der Woche seines Todes soll er sich nach einer Pistole mit Schalldämpfer umgesehen haben. Gegenüber einem Bekannten hatte er einen Tag vor der Tat den Eindruck vermittelt, dass er selbst in Gefahr sei. © grabellus/alle texte: ary

Diese Verfügungen waren von enormer Tragweite, zwischenzeitlich wurden den beiden mehrere Immobilien aus dem Vermögen des 86-Jährigen übertragen. Sogar auf sein Wohnrecht hatte der Rentner verzichtet. Die Kripo hegt begründete Zweifel, dass Georg Luxi zum Zeitpunkt der jeweiligen Verfügungen deren Tragweite überhaupt noch überblicken konnte.

Genau aus diesem Grund – und weil sie ihren Vater nicht mehr erreichte – erstattete Luxis Tochter eine Vermisstenanzeige. Trotz mehrfacher Nachfrage wurde ihr nicht mitgeteilt, wo ihr Vater sich aufhält. Die Polizei suchte daraufhin die Wohnungen der Lebensgefährtin sowie des Sohnes – ohne Erfolg. „Zwar wurden dabei Unterlagen sichergestellt, die für das weitere Verfahren von Bedeutung sind, ein Hinweis auf den Aufenthaltsort ergab sich jedoch nicht“, so die Polizei.

Nach Bekanntwerden des Falles gab es zwar Hinweise auf den Rentner – so soll der Verschwundene einmal auf einem Flohmarkt nahe Deggendorf gesehen worden sein und auch im tschechischen Zelezna Ruda (Böhmisch Eisenstein). Doch keiner dieser Hinweise führte konkret zu dem alten Mann.

Nun sollen die Zuschauer von Aktenzeichen XY helfen. Die Polizei fragt in der Sendung am Mittwoch (ZDF, 20.15 Uhr): Wer weiß, wo Maria Schmidt heute lebt? Und ob Georg Luxi an ihrer Seite ist? Oder gibt es andere Hinweise auf den Verbleib des 86-Jährigen und seiner zehn Jahre jüngeren Lebensgefährtin?

Die Polizei selbst ermittelt seit einem Jahr wegen Freiheitsberaubung und Untreue gegen die 76-Jährige und ihren Sohn. Auch wurde eine Belohnung in Höhe von 2000 Euro ausgelobt.

tz

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