Kreissparkasse ist fein raus

Affäre Kreidl: Haftpflicht zahlt zwei Millionen

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Miesbach - Der Skandal hatte die Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee bundesweit in die Schlagzeilen gebracht. Jetzt ist die sogenannte Sponsoringaffäre für das Geldinstitut von zivilrechtlicher Seite abgeschlossen.

Die Bank bekommt von ihrer Haftpflichtversicherung pauschal zwei Millionen Euro – damit sind alle Forderungen abgegolten.

Rund 5,4 Millionen Euro wollte die Kreissparkasse von früheren Vorstands- und Verwaltungsratsmitgliedern zurückhaben. Unter ihrem früheren Vorstandsvorsitzenden Georg Bromme und dem früheren Landrat Jakob Kreidl (CSU) als Verwaltungsratsvorsitzendem hatte die Bank unter anderem Kreistagsfahrten finanziert, üppig Geschenke verteilt und fragwürdige Immobilienkäufe getätigt. Im Juli 2014 fiel im Verwaltungsrat der einhellige Beschluss, die Forderungen zivilrechtlich geltend zu machen. Rund 20 Banker und Kommunalpolitiker erhielten Post vom Anwalt.

Parallel dazu nahm die Kreissparkasse Verhandlungen mit ihrer Versicherung auf. Wie bei Banken und Unternehmen in dieser Größenordnung üblich, hat auch sie eine sogenannte Manager-Haftpflicht abgeschlossen. Nach eingehender Prüfung kamen beide Seiten zu dem Schluss, dass langwierige Prozesse mit ungewissem Ausgang drohen. Die Versicherung erklärte sich zu einer pauschalen Ausgleichszahlung von zwei Millionen Euro bereit.

Vorstandsvorsitzender Martin Mihalovits ist mit dem Vergleich „äußerst zufrieden“. Seitens der Bank sind damit keine Forderungen mehr offen. Ob sich die Versicherung das Geld ihrerseits von den Betroffenen wiederholt, ist aber unklar. Auch strafrechtlich sind Bromme, Kreidl und Co. noch nicht aus dem Schneider. Die Ermittlungen laufen, ein Ende ist noch nicht absehbar.

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