Rosenheim an Belastungsgrenze

Asylbewerber: Wo sie in Oberbayern leben

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Rot: Anzahl der Asylbewerber. Schwarz: Die dort lebenden Einwohner. *München: In die Zahl werden 2961 unbegleitete Jugendliche eingerechnet, um die sich München kümmert, die aber woanders untergebracht sein könnten.

München - Binnen zweier Monate sind rund 7000 Flüchtlinge nach Oberbayern gekommen. Von ihnen müsste allein der Kreis Rosenheim 5,7 Prozent aufnehmen. Doch geht es in der Verteilung der Asylbewerber immer fair zu?

"Unser Landkreis steht vor riesigen Herausforderungen." Diese dramatische Ankündigung richtete der Rosenheimer Landrat Wolfgang Ber­thaler (CSU) an die Öffentlichkeit. Hintergrund: Binnen zweier Monate sind rund 7000 Flüchtlinge nach Oberbayern gekommen. Von ihnen müsste allein der Kreis Rosenheim 5,7 Prozent aufnehmen. Doch geht es in der Verteilung der Asylbewerber immer fair zu? In dem Landkreis an der Grenze zu Tirol leben 820 Asylbewerber, bald sollen weitere 340 hinzukommen. Das heißt: auf 1000 Einwohner kämen dann fünf Asylbewerber, im Kreis München mit fast 330 000 Einwohnern kommen auf 1000 Bürger nur drei Asylbewerber.

Das scheint zunächst ungerecht, ist es aber bei näherem Hinschauen nicht. Denn: Die Quoten werden nach dem sogenannten Königssteiner Schlüssel ermittelt, „und der berechnet sich eigentlich nur aus der jeweiligen Bevölkerungszahl der Landkreise“, sagt der Sprecher der Regierung von Oberbayern, Florian Schlämmer.

Die Kreisverwaltungsbehörden kalkulieren regelmäßig anhand von Prognosen die jeweils aufzunehmen Asylbewerber. Beispiel Starnberg: Der Kreis mit über 130 000 Einwohnern müsste bis zum nächsten Jahr 610 Asylbewerber aufnehmen (momentan leben dort 394), der Kreis Garmisch-Partenkirchen im selben Zeitraum 407 (derzeit 380). Schlämmer: „Manche Kreise sind also im Soll, manche hinterher, manche übertreffen die Quote.“ Deutlich über dem Soll liegt etwa der Kreis Garmisch-Partenkirchen, was an der zurzeit leerstehende US-Kaserne General-Abrams-Complex liegt, wo 300 Asylbewerber Platz fanden. Diese Unterkunft fällt aber wegen der Vorbereitungen zum G7-Treffen am 6, Januar weg. Und damit verliere Garmisch auch wieder sein „Über“-Soll. Die Situation bleibt also angespannt. Wie viele Asylbewerber sich derzeit wo in Oberbayern aufhalten, zeigt unsere obenstehende Karte.

mc

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