Unfall in Tirol

Vor den Augen seiner Frau: Diakon von Felsen erschlagen

+
Diakon Bernd Harlander (67) aus Peiting ist bei einem tragischen Unfall in Tirol ums Leben gekommen. Das Bild zeigt den Geistlichen beim Tränenfest 2011 in der Wieskirche.

Innsbruck - Es ist ein tragischer Schicksalsschlag: Vor den Augen seiner Frau ist der Peitinger Bernd Harlander (67) am Samstag auf einem Familienwanderweg in Tirol von einem Felsbrocken erschlagen worden.

Für einen passionierten Wanderer ist der Weg zur Vilser Alm ein gemütlicher Spaziergang – viele junge Familien gehen den Fahrweg zur Alm gar mit dem Kinderwagen. Für den beliebten Peitinger Diakon im Ruhestand war es der letzte Weg. Auf dem Weg ins Tal wurde der 67-Jährige von herabfallendem Gestein erschlagen. Seine Frau musste alles mit ansehen.

Landesgeologe Thomas Figl schildert dem ORF, dass der Peitinger „ein Riesenpech“ hatte: „Es war ein Felssturz mit wenigen Hundert Kubikmetern Material.“ Etwa 250 Meter oberhalb des Forstweges kam es zu dem Felssturz im Bereich des „Roten Steins“. Das meiste Gestein sei unmittelbar unterhalb der Absturzstelle im flacher werdenden Waldbereich liegen geblieben. Nur zwei bis drei Blöcke hätten überhaupt eine Schneise durch den Wald geschlagen „und haben eben leider diesen Mann erschlagen“. Hätte sich Bernd Harlander Minuten früher auf den Weg nach Hause gemacht, hätte er von dem Steinschlag vielleicht noch nicht einmal etwas mitbekommen.

Die Polizei Reutte sperrte direkt nach dem Unglück die Fahrstraße ab – oben auf der Vilser Alm saßen die Wanderer fest, die das gute Wetter für einen Ausflug genutzt hatten. „Die Leute konnten dann zu Fuß über den Steig runter“, so ein Sprecher der Polizei Reutte auf Anfrage der Schongauer Nachrichten. Sie mussten über den sogenannten Hundsarsch ins Tal absteigen.

Der Wirt der Vilser Alm, Frank Schatz, saß Sonntag bei bestem Wetter fast allein auf der Alm. Der Fahrweg zu ihm hoch ist noch immer gesperrt. In fünf Jahren als Wirt habe es solch einen Steinschlag noch nie gegeben. „Aber wir sind eben doch in den Bergen, da kann so was immer mal passieren.“

In der Peitinger Heimat des Diakons ist man zutiefst bestürzt. Er war trotz Ruhestands noch immer sehr aktiv. Am Sonntag hätte er das Dreifaltigkeitsfest in Unterammergau mitgestalten sollen.

bas

Auch interessant

Meistgelesen

Triathletin Julia Viellehner ist gestorben
Triathletin Julia Viellehner ist gestorben
Mann vergisst Auto - und dann macht er was ziemlich Dummes
Mann vergisst Auto - und dann macht er was ziemlich Dummes
Motorradfahrer übersieht abbiegenden Traktor - mit tödlichen Folgen
Motorradfahrer übersieht abbiegenden Traktor - mit tödlichen Folgen
Tote Triathletin: So bewegend nehmen Weggefährten Abschied
Tote Triathletin: So bewegend nehmen Weggefährten Abschied

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion