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Mit fast 100.000 Euro Steuergeld: Brücke für Haselmaus gebaut - doch der Nutzen ist fraglich

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Von: Katarina Amtmann

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Eine Brücke für Haselmäuse bei Vilshofen.
In Vilshofen wurde eine Brücke gebaut - für Haselmäuse. © Armin Weigel/dpa/dpa-Bildfunk

Die Haselmaus sorgt seit zwei Jahren in Vilshofen für Aufsehen. Damit die Tiere eine Umgehungsstraße sicher überqueren können, wurde eine Brücke für sie gebaut - für 93.000 Euro.

Vilshofen - Die streng geschützte Haselmaus sorgt im niederbayerischen Vilshofen (Landkreis Passau*) bereits seit zwei Jahren für Gesprächsstoff: Damit die kleinen Tierchen eine neu gebaute Umgehungsstraße sicher überqueren können, hat ihnen das Staatliche Bauamt im Herbst 2018 eigens eine Brücke errichtet - für 93.000 Euro. Das sorgte für Spott und Unverständnis und ein Jahr später für einen Eintrag im Schwarzbuch der Steuerzahler. Das Bauamt Passau* verteidigt die Brücke, doch selbst der Bund Naturschutz ist skeptisch.

Brücke für Haselmäuse gebaut: Doch nutzen die Tiere die 93.000-Euro-Brücke?

Durch den Bau der Umgehungsstraße wurde der Lebensraum der Haselmäuse zerschnitten und verkleinert. Das Naturschutzgesetz verpflichtete die Behörden dazu, für einen Ausgleich zu sorgen, wie das Bauamt argumentierte. Die Brücke ist eine Stahlkonstruktion, die mit Zweigen un Reisig gefüllt ist, was den Haselmäusen als Kletterhilfe dienen soll. Der Bau einer zweiten Haselmausbrücke stand zur Diskussion.

Nun soll eine Langzeitbeobachtung zeigen, ob die Tiere die Brücke überhaupt nutzen, sagte eine Sprecherin des Staatlichen Bauamtes Passau. Das Monitoring laufe bereits seit zwei Jahren und dauere noch an. Ein Ergebnis liege aktuell noch nicht vor. Jedoch habe sich gezeigt, dass auch Waldmäuse und Gelbhalsmäuse über die Brücke klettern und gar Fledermäuse sie als Orientierungshilfe nutzen. Die Frage, ob eine zweite Querungshilfe errichtet werde, sei noch offen.

Fast 100.000 Euro für Brücke für Haselmäuse: Bund Naturschutz ist skeptisch

Der Bund Naturschutz betont, dass die Brücke nicht auf sein Drängen hin gebaut worden sei. Die BN-Ortsvorsitzende Helgard Gillitzer bezweifelt derweil, dass die Brück wirklich genutzt werde, zumal in dem Bereich ohnehin kaum noch Haselmäuse lebten, da die Population immer kleiner werde. Mit den knapp 100.000 Euro hätte man etwas sinnvolleres für die Haselmäuse tun können, sagte Gillitzer. Etwa ein Stück Grund zukaufen, um den Lebensraum wieder zu vergrößern. (kam/dpa) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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