Dicke Luft wegen Weihrauchfass

Ministrantinnen prügeln sich vor Sakristei

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Wer darf das Weihrauchfass schwenken? Diese Frage sorgte in Vilshofen für mächtig Ärger bei zwei Ministrantinnen im Alter von 19 und 20 Jahren

Vilshofen - Nächstenliebe ist ja eigentlich mit das höchste Gebot im Christentum. Naja, eigentlich. In Vilshofen bringen sich nämlich derzeit zwei Ministrantinnen alles andere als Liebe entgegen.

 Nein, die zwei kämpfen! Um was es geht? Ums Weihrauchfass beim Gottesdienst. Kein Witz! Das wollen nämlich gerne beide schwenken – und daher gab es sogar eine waschechte Prügelei. Und dazu hagelte es auch noch eine Anzeige.

Der absurde Streit in der Kirchengemeinde: Eigentlich sollte man den jungen Damen (die Ministrantinnen sind nämlich 19 und 20 Jahre alt) etwas mehr Einsicht zutrauen. Aber Fehlanzeige! An einem Sonntag war es zu der handfesten Auseinandersetzung gekommen, von der nun die ganze Region spricht.

Wie gesagt, ging es darum, wer bei der Feier das Weihrauchfass schwingen darf. Der Pfarrvikar entschied: Die Schwester einer Pfarrgemeinderätin erhält den Zuschlag – weil sie Geburtstag hatte. Nur: Genau das passte der anderen Ministrantin, deren Mutter im Vorstand der Kolpingfamilie sitzt, gar nicht. Zur Erklärung: Die Familien können sich wohl generell nicht besonders gut riechen.

Die Verschmähte reagierte: Sie zog ihr Ministrantinnen-Gewand aus, feuerte es auf den Boden und verließ zornig die Sakristei. Nach der Messe wollte sie die Angelegenheit dann klären – und alles eskalierte.

Erst kam es zu einem Wortgefecht zwischen der Pfarrgemeinderätin und der Ministrantin, welche die Weihrauch-Abfuhr erhalten hatte. Dann gab es ein Geschubse. Es folgte eine körperliche Auseinandersetzung, bei der nun alle Beteiligten mitmischten – auch die Mutter der Verschmähten. Rauferei vor der Sakristei!

Der Vorfall hatte Folgen: Mittlerweile ist die Mutter aus der Vorstandschaft der Kolpingfamilie zurückgetreten.

Doch das ist nicht alles: Sie hat auch noch Anzeige gegen die verfeindete Pfarrgemeinderätin erstattet und fordert deren Rücktritt. Die denkt aber gar nicht daran – und hat wiederum selbst einen Anwalt eingeschaltet.

Und was sagt der Pfarrer zu dem wahnwitzigen Gezanke? Er will in Zukunft wann immer möglich auf den Einsatz des Weihrauchfasses verzichten. „Es liegt in meinem Ermessen, ob Weihrauch eingesetzt wird oder nicht“, sagte er gegenüber der Passauer Woche.

Nur bei Beerdigungen solle das umstrittene Rauch-Behältnis weiter benutzt werden. Hier werde man aber schauen, dass es zu keinem Kampf mehr zwischen den jungen Frauen komme. Eins steht fest: Bei den Messen in Vilshofen wird der Rauch gar nicht mehr eingesetzt – und jeder in der Gemeinde weiß genau warum.

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