Immer mehr Kurse

Volkshochschulen fordern Verdopplung der Mittel

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Immer mehr Kurse haben die Volkshochschulen im Angebot - etwa Sprachkurse für Flüchtlinge.

Nürnberg - Immer mehr Sprachkurse für Flüchtlinge, Weiterbildung und Angebote für Jedermann: Die Ansprüche an die Volkshochschulen steigen stetig - und damit die Kosten. Nun wollen die Hochschulen dafür deutlich mehr Geld vom Land.

Die Volkshochschulen in Bayern wollen doppelt so viel Geld vom Freistaat wie bisher. Das Land habe seinen Anteil an der Finanzierung der Hochschulen seit 25 Jahren nicht erhöht, kritisierten die vier kommunalen Spitzenverbände und der Bayerische Volkshochschulverband am Montag in Nürnberg. Die Landeszuschüsse in Bayern lägen seit 1990 bei etwa sechs Prozent der Kosten; das ist nicht einmal halb so viel wie im bundesdeutschen Durchschnitt (13,8 Prozent).

In den vergangenen Jahren seien die Aufgaben der Volkshochschulen und damit auch ihre Kosten enorm gestiegen, hieß es - nicht nur durch die zunehmende Zahl von Sprach- und Integrationskursen für Flüchtlinge. Auch der demografische Wandel und der Fachkräftemangel seien eine große Herausforderung in der Erwachsenenbildung.

Das Land müsse bei seinen Zuschüssen daher mindestens „auf Bundesdurchschnitt aufholen. Ein Überholen ist gern gesehen“, sagte der bayerische Städtetag-Chef Ulrich Maly (SPD). „Bildung ist der Schlüssel zur Integration und die Volkshochschulen leisten einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe“, betonte Maly. Dies gelte für alle Menschen in Deutschland, bekomme aber zunehmende Bedeutung angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen.

Im vergangenen Jahr bekamen die 216 Volkshochschulen mit ihren 800 Außenstellen in Bayern rund 11,4 Millionen Euro vom Freistaat. In einer gemeinsamen Erklärung fordern der Volkshochschulverband sowie Städtetag, Gemeindetag, Landkreistag und Bezirketag das Land nun auf, „zeitnah seinen bisherigen Anteil deutlich anzuheben“.

Mehr als zwei Millionen Menschen nutzen die Angebote der Volkshochschulen in Bayern pro Jahr. Mit ihren Gebühren tragen die Teilnehmer die Hälfte der Gesamtkosten (Bundesschnitt: 40 Prozent).

dpa

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