Schweinfurt

Student soll Waffen übers Darknet verkauft haben - Prozess startet

Schweinfurt - Ein Student (26) soll Waffen über das Darknet verkauft haben. Ab Donnerstag muss er sich vor Gericht verantworten.

Es waren spektakuläre Szenen, die sich vor einem Jahr in der Schweinfurter Fachhochschule abspielten: SEK-Beamte in Zivil stürzten sich auf einen Studenten, der scheinbar harmlos auf seinem Laptop herumhackte, tatsächlich aber in diesem Moment Maschinenpistolen über das Darknet verkauft haben soll. Im Darknet, dem Dunklen Netz, werden im Internet Waffen, Drogen und sogar Frauen angeboten. Es ist also das Netz der Kriminellen.

Von Donnerstag an muss sich Christoph K. (26) nun vor dem Landgericht Schweinfurt wegen Verbrechen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verantworten. Ihm soll es aber noch während der Festnahme gelungen sein, den Stecker seines PC zu ziehen und damit die Verbindung zum nicht frei einsehbaren Teil des Internets, dem Darknet, zu trennen. Trotzdem soll die Beweislage erdrückend sein: In den 20 Spinden, die Christoph K. in der FH in Beschlag genommen hatte, sollen auch Waffenpakete beschlagnahmt worden sein!

Kommilitonen beschrieben den Mechatronikstudenten als Waffennarren, der selbst nachts auf dem Hof der Hochschule mit Schalldämpfern geübt haben soll. In seiner Eitelkeit soll sich Christoph K. sogar in einem Video-Interview damit gebrüstet haben, wie einfach man aus einer erlaubnisfreien Deko-Waffe eine funktionstüchtige machen kann. Und wie sie sich übers Darknet verkaufen lässt. Verschickt worden sein sollen die Waffen dann per Post. 20 Verstöße gegen Waffengesetze wirft ihm die Staatsanwaltschaft Schweinfurt vor.

Zwei weitere Männer stehen mit ihm vor Gericht, die ihn beim Verkauf von Waffen und Munition unterstützt haben sollen. In der U-Haft durfte Christoph K. übrigens einen Monat nach seiner Festnahme zwei Prüfungen mitschreiben. So steht er später in Freiheit nicht ohne Abschluss da.

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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