Bewaffneter nur durch Schüsse zu stoppen

Macheten-Mann greift Polizei auf offener Straße an

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In der Rechten das Schwert, in der Linken die Machete: Die Polizisten müssen zurückweichen.

München - Betrunken und völlig außer Kontrolle! Polizisten, die von einem Mann in Neuötting mit mehreren Waffen bedroht wurden, können den Tobsüchtigen nur durch einen gezielten Schuss ins Bein stoppen.

Schussabgabe - so bezeichnen Polizisten es nüchtern, wenn aus einer ihrer Pistolen gefeuert wurde. Oft wird diskutiert, ob’s denn nötig gewesen sei. Wie schnell sich aber Streifenbeamte in einer lebensgefährlichen Situation wiederfinden können, beweisen die spektakulären Fotos von einem Einsatz an Dienstagabend in Neuötting. Dort konnte Robert B. (46), der zuvor Gäste eines Lokals mit mehreren Waffen bedroht hatte, nur mit der Pistole gestoppt werden (tz berichtete). Der Tobsüchtige war mit einem Gewehr, einem Samurai-Schwert und einer Machete auf Beamte losgegangen.

Wirt ruft Polizei

Es fing kurz vor 17 Uhr an der Ecke der Bahnhof- zur Innstraße an. Hinter einem Pilspub und einer Spielothek wohnt der 46-Jährige in einem Mietshaus. Als einer der ersten bekam Wirt Manfred G. (49) mit, dass der gemütliche Abend von dramatischen Ereignissen überdeckt werden könnte: Der betrunkene 46-Jährige beschimpfte sechs Gäste im Biergarten: „Kummt’s her, wenn’s eich traut’s!“, schrie er. Die Gäste aber blieben ruhig. Dann folgte ein „Eire Köpf ghern mir!“ Der Mann war plötzlich weg und stand genauso plötzlich mit einer Machete vor den Leuten. Manfred G. schickte seine Gäste sofort in die Spielothek und sperrte ab. Er selbst rief um 17.02 Uhr die Polizei. G.: „Ich kenne den Kerl vom Sehen, der hat uns schon mal bedroht.“

Der Wirt ging nach draußen und versteckte sich hinter einem Baum. Er sah, wie sich Robert B. zwischenzeitlich weiter bewaffnet hatte: mit einem Weltkriegskarabiner, einer Machete (45 Zentimeter lang) und einem Samuraischwert (einen Meter lang). Von überall her näherten sich derweil Sirenen, Polizeiautos stoppten im Minutenabstand, die Kreuzung wurde abgeriegelt. Der Wirt bekam nun mit, „wie der Mann mit seinem Karabiner auf die Polizisten anlegte“. Er drückte jedoch nicht ab, sondern verschwand, nur um über einen Fußweg wieder aufzutauchen. Ohne Gewehr zwar, aber nun mit Schwert und Machete.

Drei Schüsse werden abgegeben

Sechs Polizisten bewegten sich in Richtung des Tobenden zu. Manfred G.: „Sie versuchten, mit ihm zu reden, ihn dazu zu bewegen, die Waffen auf den Boden zu legen. Das Ganze dürfte eine halbe Stunde gedauert haben.“ Auf einmal rastete der 46-Jährige aber komplett aus: Er ging mit den Waffen auf zwei Polizisten los! Manfred G. sah alles, das Hin und Her der Personen, er hörte das Schreien des Rasenden. Dann fielen drei Schüsse. Der Angreifer fiel auf die Straße, ein Schuss hatte ihn in den Oberschenkel getroffen. Durchschuss.

Die Beamten, die wegen des Mannes um ihr Leben hatten fürchten müssen, kümmerten sich sofort um den Verletzten. Er wird jetzt in einer Klinik behandelt. Den Behörden ist er bereits bekannt: Er soll schon seinen Schwager mit einem Schwert bedroht haben. Für den Augenzeugen Manfred G. ist jedenfalls eines völlig klar: „Das war reine Notwehr, die Beamten konnten gar nicht anders.“

Markus Christandl

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