Weg nicht mehr befahrbar

Wald wegen Biber "wertlos": Landwirte klagen gegen Freistaat

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Gerhard (l.) und sein Vater Georg Auer.

München - Nutzlos sei ihr Waldgrundstück für sie, seit ein Biber dort zugeschlagen habe, sagen die Landwirte Georg und Gerhard Auer aus Freilassing. Sie klagen jetzt gegen den Freistaat.

Der Biber hat auf ihrem Waldgrundstück zugeschlagen. „Jetzt ist es für uns wertlos!“ Deswegen klagen die Landwirtschaftsmeister Gerhard Auer (33) und sein Vater Georg (67) aus Freilassing (Landkreis Berchtesgadener Land) jetzt gegen den Freistaat. 

Sie fordern eine Entschädigung von 5155 Euro. Gestern wurde vor dem Landgericht München I das zweite Mal verhandelt. 21 Bäume, vorwiegend Tannen, habe der Biber auf ihrem 7500 Quadratmeter großen Grundstück nahe eines Baches 2012 zerstört, so das Vater-Sohn-Gespann. 

Eine forstwirtschaftliche Nutzung des Waldgrundstücks sei nicht mehr möglich. Denn: Der einzige Zufahrtsweg zum Grundstück ist durch die Höhlen, die der Biber unter dem Weg gegraben habe, nicht mehr befahrbar. „Schon zu Fuß brechen wir da ein“, so Georg Auer.

Die Höhlen dürften sie laut Naturschutzbehörde und Wasserwirtschaftsamt nicht wieder befüllen, klagen die Landwirte. 

Der Hintergrund: Biber gehören europaweit zu den streng geschützten Tierarten. Sie dürfen nicht abgeschossen werden und ihre Bauwerke und Lebensräume nicht zerstört werden, so Gabriela Schneider vom Bund Naturschutz (BN).

Nachdem der Biber im Freistaat ausgerottet war, wurde er ab 1966 vom BN mit Erlaubnis des Umweltministeriums wieder eingebürgert.

Deswegen sehen die Auers den Freistaat in der Pflicht, sie zu entschädigen. Eine Neubepflanzung mache keinen Sinn. Kaufen oder tauschen wolle den Grund auch keiner - Gemeinde und Wasserwirtschaftsamt eingeschlossen.

Rund 70 Euro hatte das Landratsamt den Auers aus einem Entschädigungsfonds zugesprochen. „Nicht mal zwei Prozent des Schadens“, so Anwalt Franz Frech. 

Die Argumentation des Freistaats: Die Schäden müssten hingenommen werden. Doch die Auers geben sich kämpferisch: „Es muss eine Grundsatzentscheidung her“, fordern sie. „Der Biber braucht seinen Platz. Aber das hier geht gegen das Eigentum!“ Das Urteil soll im März fallen. 

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