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"Runder Tisch" wegen des Sees der Sünde

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Senden  - Das fröhliche Treiben der Sextouristen am Waldbaggersee gefällt nicht allen: Badegäste und Spaziergänger stören sich daran – nun sollen die Behörden eingreifen!

Die Sünde soll sich nahe einer Lichtung verstecken, umrahmt von Schilf und Büschen, erhellt von der Sommer-Sonne. Der Waldbaggersee südlich von Senden (Kreis Neu-Ulm) zieht seit Jahren die Sextouristen magisch an – er gilt, natürlich ganz inoffiziell, als heißer Tipp unter Swingern und Schwulen, die an den Ufern ihre eigenen Reviere belegen.

Das fröhliche Treiben gefällt allerdings nicht allen: Badegäste und Spaziergänger stören sich daran – nun sollen die Behörden eingreifen! Nur wie? Schon vergangene Woche haben Polizei und die Städte Senden und Vöhringen eine gemeinsame Erklärung verfasst, was völlig ungewöhnlich ist. Darin heißt es, dass entsprechende Delikte am See verfolgt werden. Am nächsten Dienstag gibt es wegen dem Fall „Sünde“ sogar einen runden Tisch, mit verschiedenen Behörden und Interessenvertretungen. Dabei sollen „weiterführende Maßnahmen abgestimmt werden“. Vorangegangen waren Beschwerden, dass sexuelle Abenteuer in der Öffentlichkeit ausgelebt würden.

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Ein Anwohner gegenüber der lokalen Zeitung: „Dieses wilde Treiben muss ein Ende haben.“ 30 Anlieger fühlen sich im Kollektiv durch Nackte – allerdings nicht die im ausgewiesenen FKK-Bereich – belästigt. Unisono beklagt man gegenüber der Illertisser Zeitung: „Was ist das eigentlich eigentlich für ein Naherholungsgebiet, in dem man nur Nackte links und rechts der Wege sieht?“ Doch Straftaten wie Erregung öffentlichen Ärgernisses oder exhibitionistische Handlungen gab es am Waldsee laut polizeilicher Aufzeichnungen in den vergangen zwei Jahren nicht. Dabei wird gerade hier regelmäßig kontrolliert – in zivil und in Uniform. Und neben der Polizei patroulliert zusätzlich die Sicherheitswacht zu Fuß und mit dem Radl. Es geht ja nicht nur um den Hormon-Kick im Freien, es müssen schließlich auch Rettungswege offengehalten werden, was im Notfall lebenswichtig ist. Nicht immer lässt die Parkplatz-Situation bei schönem Wetter dies zu.

Tröstlich allein für die Beschwerdeführer: In wenigen Wochen ist der Sommer vorbei – und wer will sich schon bei zunehmender Kälte und Regen draußen vergnügen?

tz

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