Einsatzkräfte fassungslos

Münchner löst lebensgefährlichen Einsatz für Bergwacht aus - und will dann nicht gerettet werden

+
Einer der „Abenteurer“ war schon im kritischen Zustand und musste per Trage gerettet werden.

Drei Münchner wollten bei einem Meter Neuschnee und großer Lawinengefahr zum Watzmannhaus aufsteigen. Als die Retter sie endlich fanden, mussten sie erstmal diskutieren.

  • Drei Wanderer begaben sich am Mittwoch (25. Dezember) auf eine lebensgefährliche Tour.
  • Ohne Schneeschuhe und Skier stiegen sie in Richtung Watzmann auf.
  • In der Nacht riefen sie die Bergwacht.

Ramsau/Watzmann – Die drei Münchner im Alter von 27 bis 28 Jahren starteten ihre Tour am Mittwochnachmittag (25. Dezember) gegen 14 Uhr an der Wimbachbrücke. Dort regnete es noch bei starkem Wind.

Münchner steigen bei Schneetreiben in Richtung Watzmann auf - Lage völlig unterschätzt

Wie die Verhältnisse weiter oben aussahen, war den drei Münchnern offenbar nicht so klar. Denn Schneeschuhe oder Skier hatte keiner im Gepäck. Stundenlang kämpften sich die Wanderer trotzdem durch den Schnee in Richtung Watzmannhaus. Das Watzmannhaus liegt auf 1930 Meter unterhalb vom Watzmann*. Die Schneefallgrenze sank am Abend auf rund 800 Meter. 

Lebensgefährliche Aktion am Watzmann: Nach elf Stunden kommt der Notruf

Irgendwann waren sie völlig erschöpft und offenbar von den Wetterverhältnissen überfordert. In steilem Gelände unterhalb des Watzmannhauses entschlossen sie sich endlich zur Umkehr.

Doch auch bergab machte den drei Wanderern der Neunschnee bei völliger Dunkelheit Probleme. Nach fast elf Stunden erreichten sie den Stall der Falzalm auf 1615 Meter. Völlig erschöpft.

Dort entzündeten sie ein Feuer, weil sie sich aufwärmen wollten. Dann entschieden sie sich doch, einen Notruf abzusetzen. Trotz der großen Lawinengefahr startete die Bergwacht eine aufwendige Rettungsaktion. 

Münchner bringen sich am Watzmann in Lebensgefahr - Bergwacht startet gefährliche Rettungsaktion

Zuerst ging es mit Pinzgauer und Ketten auf die Stubenalm. Von da aus weiter mit einem sogenannten All-Terrain-Vehicle weiter. Ab einer Klima-Station ging es aufgrund des einen Meters Neuschnee nur noch auf Tourenskiern weiter.

Einer der „Abenteurer“ war schon im kritischen Zustand und musste per Trage gerettet werden.

Endlich fanden die Retter die drei „Abenteurer“. Und gerade rechtzeitig. Einer davon war bereits im kritischen Zustand und musste mit einer Trage zum nächsten Fahrzeug transportiert werden. Gegen 5 Uhr morgens nahm sie ein Rettungswagen im Tal in Empfang. 

Besonders ärgerlich: Die elf Einsatzkräfte der Bergwacht sowie ein Bergwacht-Notarzt wurden keineswegs freundlich empfangen, als sie die Münchner erreichten. Im Gegenteil: Der Sprecher der drei weigerte sich, gerettet zu werden. Überhaupt sei ihre Tour nur an der Erschöpfung der anderen beiden gescheitert. Er sei schon oft zum Winterraum des Watzmannhauses aufgestiegen und habe genau gewusst, was er mache.

Die Bergwachtler konnten ihn dann doch noch dazu bringen, mit den anderen Rettern abzusteigen.

Nur kurz davor waren die Retter der Bergwacht Ramsau bei einem weiteren Einsatz bei großer Lawinengefahr unterwegs - ein Tourist aus der Oberpfalz verlor auf 1.600 Metern erst den Weg - und dann das Handynetz. 

Alle News und Geschichten aus ganz Bayern lesen Sie immer aktuell und nur auf Merkur.de*.

kmm

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Dramatische Rettung in Oberbayern: Bergretter müssen Coronavirus-Regeln ignorieren
Dramatische Rettung in Oberbayern: Bergretter müssen Coronavirus-Regeln ignorieren
Bayern hält zusammen: Tragen Sie sich hier ein und unterstützen Sie Ihre Nachbarn in der Corona-Krise
Bayern hält zusammen: Tragen Sie sich hier ein und unterstützen Sie Ihre Nachbarn in der Corona-Krise
Corona-Gefahr: Tamara (26) zählt zur Risikogruppe - Kein kleines Virus, „sondern eine Lebensbedrohung“
Corona-Gefahr: Tamara (26) zählt zur Risikogruppe - Kein kleines Virus, „sondern eine Lebensbedrohung“
Tödlicher Familienstreit in Augsburg: 15-Jähriger stirbt - Trennung Grund für Bluttat?
Tödlicher Familienstreit in Augsburg: 15-Jähriger stirbt - Trennung Grund für Bluttat?

Kommentare