Bayern ist Spitzenreiter

Junge Straftäter: 92 Mal in Warnschussarrest

München - 92 Mal mussten Jugendliche in Bayern in so genannten Warnschussarest. Damit ist der Freistaat Spitzenreiter - andere Bundesländer machen nur wenig Gebrauch davon.

Ein Jahr nach Einführung des Warnschussarrests für jugendliche Straftäter machen die meisten Bundesländer nur wenig Gebrauch davon. Nach einer Umfrage der „Süddeutschen Zeitung“ wurden bundesweit bislang nur gut 400 Warnschussarreste ausgesprochen.

Spitzenreiter ist Bayern, wo Jugendrichter die Strafe 92 Mal verhängten. In Berlin, Brandenburg und Bremen dagegen wurden zusammen nur drei Warnschussarreste verhängt.

Seit März 2013 können Gerichte junge Straftäter zusätzlich zu einer Bewährungsstrafe auch bis zu vier Wochen lang in Arrest schicken. Der bayerische Justizminister Winfried Bausback (CSU) sagte der Zeitung: „Sie können einem jungen Verurteilten so das Unrecht und die Konsequenzen seines Fehlverhaltens nachdrücklich und spürbar vor Augen führen.“

Der Münchner Jugendrichter Christian Gassner sagte, im Idealfall könne ein solcher „kurzer, scharfer Schock“ junge Straftäter für die Zukunft lernen lassen. Das brandenburgische Justizministerium dagegen verweist auf eine Studie aus dem Jahr 2010, wonach die Rückfallquote nach Jugendarrest bei 70 Prozent liege.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Symbolbild

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