Öffentlicher Dienst

Warnstreik: Tausende legen in Bayern Arbeit nieder

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Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst in Bayern betreffen auch Kitas.

München - Verdi verschärft die Warnstreiks im öffentlichen Dienst. Mehr als 15.000 Beschäftigte haben am Mittwoch in Bayern die Arbeit niedergelegt. Die Arbeitgeber reagieren verständnislos.

Mehr als 15 000 öffentlich Bedienstete in Bayern haben am Mittwoch ihre Arbeit niedergelegt. Das teilte die Gewerkschaft Verdi der dpa mit. Auch die Beteiligung an den beiden Warnstreik-Kundgebungen in München und Nürnberg war laut Gewerkschaftssprecher Hans Sterr hoch. In München zählte die Polizei auf dem Odeonsplatz 5500 Teilnehmer, in Nürnberg am Kornmarkt 8500.

Zahlreiche Kitas blieben geschlossen, Mülltonnen wurden nicht geleert, in Krankenhäusern wurden Notdienste organisiert. Nicht betroffen war dagegen der öffentliche Nahverkehr. Die öffentlichen Arbeitgeber kritisierten die Warnstreiks vehement.

Schwerpunkt waren die Großräume München und Nürnberg. Auch in den umliegenden Landkreisen standen Eltern zumeist vor geschlossenen Kitas. Allein in und um München schätzte Verdi-Bezirkschef Heinrich Birner die Zahl der Streikenden auf mindestens 4000. Ebenso viele sollen es in der Region Nürnberg sein. Genaue Zahlen wollte die Gewerkschaft im Laufe des Tages bekanntgeben. In Unterfranken lagen die Schwerpunkte in Würzburg und Aschaffenburg mit 800 Beschäftigten, sagte Verdi-Regionalgeschäftsführer Reinhold Schömig.

„Wir streiken, weil wir es uns wert sind“, sagte eine Kita-Betreuerin in München. Es gehe ihr dabei weniger um die Geldforderung der Gewerkschaft von 100 Euro plus 3,5 Prozent mehr Einkommen, sondern um Anerkennung und Wertschätzung. Ein streikender Müllwerker sagte, es sei immer schwieriger, in einer teuren Stadt wie München über die Runden zu kommen. Aufrufe, „den Gürtel enger zu schnallen“, machten ihn angesichts der jüngsten Diätenerhöhung im Bundestag wütend.

Am Mittag versammelten sich die Streikenden zu Kundgebungen in München und Nürnberg. Verdi hatte im Münchner Gewerkschaftshaus nahe dem Hauptbahnhof Streiklokale eingerichtet, in denen sich die Beschäftigten zum Streik registrieren lassen. Sprecher der Gewerkschaft erwarteten für jede der beiden Demonstrationen mindestens 6000 Teilnehmer.

Die öffentlichen Arbeitgeber kritisierten die Warnstreiks vehement. Eine Sprecherin der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) nannte sie „vollkommen überzogen“. VKA-Präsident Thomas Böhle erklärte, die bisherigen Verhandlungstage seien „sehr konstruktiv und ergebnisorientiert“ verlaufen. Er halte es weiter für möglich, bei der nächsten Verhandlungsrunde kommenden Montag und Dienstag zu einem Ergebnis zu kommen.

Verdi plant gleichwohl, die Warnstreiks morgen noch einmal zu verschärfen. Für Donnerstag hat sie die Mitarbeiter an Flughäfen - darunter auch in München - dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen.

dpa

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