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Warten auf Novavax: Wie der neue Impfstoff wirkt und wer ihn zuerst bekommt

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Von: Katrin Woitsch

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Ende Februar soll der erste proteinbasierte Corona-Impfstoff in Bayern angeliefert werden. Einige Ungeimpfte warten auf Novavax. Doch erst mal geht der neue Impfstoff in die Kliniken und Pflegeheime. Doch dort ist die Nachfrage bislang noch nicht groß.

In Erlangen haben sie bereits eine Art Warteliste. Mehrere hundert Menschen haben sich bereits telefonisch für den Corona*-Impfstoff Novavax angemeldet. Geplant war das so nicht, erklärt ein Sprecher der Stadt. Allerdings sei die Nachfrage in etwa so groß, wie die Stadt erwartet hatte. In vielen Kliniken und Pflegeeinrichtungen ist sie das aber nicht. „Wir haben das Landkreis-weit in den medizinischen Einrichtungen abgefragt, bislang hält sich der Bedarf in Grenzen“, berichtet der Sprecher. Er geht allerdings davon aus, dass auch dort die Nachfrage steigen wird, wenn der neue Impfstoff wirklich verfügbar ist.

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Novavax-Impfstoff: Start in Bayern noch im Februar

Nach aktuellem Stand soll das frühestens in der letzten Februarwoche der Fall sein, wie Bayerns Gesundheitsministerium mitteilt. Der Bund erhalte für das ganze Jahr bis zu 34 Millionen Dosen Novaxovid des Unternehmens Novavax, erklärt eine Sprecherin. Im ersten Quartal werden rund vier Millionen Dosen nach Deutschland geliefert, die erste Tranche mit 1,4 Millionen Dosen voraussichtlich in der letzten Februar-Woche. Die Verteilungsmodalitäten auf die einzelnen Bundesländer stehen bislang noch nicht fest, betont sie.

Freigegeben ist der Impfstoff* für Personen ab 18 Jahre. Priorisiert sind aber zunächst Mitarbeiter in Kliniken und Pflege-Einrichtungen. Nicht nur in Erlangen ist die Nachfrage in dieser Gruppe bisher aber überschaubar. Die meisten bayerischen Impfzentren haben eine Abfrage in den Einrichtungen gestartet, berichtet BRK-Sprecher Sohrab Taheri-Sohi. „Der Bedarf ist aktuell mehr als überschaubar.“ Er erklärt sich das auch damit, dass in den Kliniken die Impfquoten bereits hoch sind. Es sei auch nicht intensiv für den neuen Impfstoff geworben worden.

Wir werden alles tun, damit kein Impfstoff weggeschmissen wird.

BRK-Sprecher Sohrab Taheri-Sohi

Corona: Novavax-Totimpfstoff ist Protein-Impfstoff

Einige Ungeimpfte warten allerdings bereits darauf. Denn bei Novaxovid handelt es sich um einen sogenannten Totimpfstoff. Er ist nicht gen-basiert, wie die mRNA-Impfstoffe Biontech* und Moderna oder die Vektor-Impfstoffe Astrazeneca und Johnson & Johnson – sondern ein Protein-Impfstoff. Alle zugelassenen Impfstoffe nutzen zur Abwehr das Spike-Protein, ein Eiweiß-Molekül, das an der Oberfläche des Coronavirus sitzt und es ihm ermöglicht, an menschliche Zellen anzudocken. Die mRNA- und Vektor-Impfstoffe transportieren die genetischen Informationen mit dem Bauplan des Spike-Proteins in den Körper. Eine Impfung regt die Körperzellen an, für kurze Zeit dieses Spike-Protein zu bilden. Das Immunsystem behält es im Gedächtnis und ist für die Abwehr vorbereitet, wenn es später mit dem echten Coronavirus konfrontiert wird.

Protein-Impfstoffe hingegen enthalten winzige Nanopartikel des Erregers, gegen den die Impfung schützen soll. Im Falle von Novavax ist das ebenfalls das Spike-Protein. Es wird in Insektenzellkulturen erzeugt und mit künstlichen Nanopartikeln kombiniert. Der Körper wird also mit Kopien des Spike-Proteins geimpft, statt es selbst nachzubilden. Für die Grundimmunisierung sind zwei Dosen im Abstand von mindestens drei Wochen notwendig. Unklar ist noch, wie lange der Novavax-Schutz anhält und wie gut er gegen die Omikron-Variante wirkt.

Novavax-Start in Bayern - „Wir werden alles tun, damit kein Impfstoff weggeschmissen wird“

Sobald Novavax-Dosen in Bayern eintreffen, werden sie an die priorisierten Personen verimpft. Sollte der Bedarf bei dieser Gruppe niedriger sein als Impfstoff vorhanden ist, könnten aber auch schon andere Bürger davon profitieren, sagt BRK-Sprecher Taheri-Sohi. „Wir werden alles tun, damit kein Impfstoff weggeschmissen wird.“ Denkbar wären Novavax-Sonderimpfaktionen. Eine Anmeldung für Novavax über das Impfportal ist in Bayern bisher nicht möglich. Die Linke hatte das bereits kritisiert (wir berichteten). *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Die Omikron-Welle scheint zu brechen – und die Corona-Regeln purzeln.* Bayerns Ministerrat hat soeben weitreichende Lockerungen beschlossen. Es trifft Kultur und Sport.

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