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Am Watzmann verschollen

Wanderer stürzte 50 Meter in die Tiefe: Seine Identität ist geklärt - aber die Bergung unmöglich

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Ein Eisfeld am Fuß der Watzmann-Ostwand.

Die Bergung des an der Watzmann-Ostwand abgestürzten Bergsteigers aus dem Landkreis Erding ist weiterhin nicht möglich. Für den 37-jährigen Familienvater gibt es kaum noch Hoffnung.

Berchtesgaden/Erding – Die Identität des Bergsteigers aus dem Landkreis Erding, der am Sonntagmorgen an der Watzmann-Ostwand 50 Meter tief abgestürzt ist und vermutlich tödliche Verletzungen erlitten hat, ist geklärt. Es handelt sich um einen 37 Jahre alten Familienvater aus einer Gemeinde im südlichen Landkreis. Dies bestätigte die Polizei auf Anfrage unserer Zeitung. Er ist verheiratet und hat zwei kleine Kinder. Zuletzt arbeitete der Mann bei einer Bank in Erding. Dort sorgte die Nachricht von dem Unglück für tiefe Betroffenheit.

Bei seinem Begleiter handelt es sich um einen 38 Jahre alten Mann, der ebenfalls im südlichen Landkreis Erding zu Hause ist. Immer wieder bricht er zu sehr anspruchsvollen Touren auf. 2016 war er vier Wochen im Himalaya unterwegs, vor einem Jahr bezwang er als erster Bergsteiger nach drei Jahren den über 7000 Meter hohen Spantik, ein Gipfel in den zentralasiatischen Bergen.

Watzmann: Mann (37) stürzt 50 Meter in die Tiefe

Die beiden Bergsteiger waren am Sonntagmorgen auf dem Weg in die Watzmann-Ostwand über den anspruchsvollen Kederbacherweg. Die hochalpine, kombinierte Fels- und Eistour führt im unteren Teil der rund 2000 Höhenmeter hohen Wand über die sogenannte Eiskapelle zu weiteren Felspassagen. Im Übergang zu diesen Passagen brach dem 37-Jährigen plötzlich das Eis unter den Füßen weg und er stürzte 50 Meter in die Tiefe. Nachdem sein Begleiter weder Sicht- noch Rufkontakt herstellen konnte, setzte er einen Notruf ab. Doch die Bergung des Verunglückten stellte die Retter trotz Hubschrauberunterstützung vor unlösbare Probleme. Ein erster Versuch, zu dem abgestürzten Bergsteiger zu gelangen, musste kurz vor dem Ziel abgebrochen werden, weil rund 200 Kubikmeter labile Eismasse über den Rettungskräften hingen und abzubrechen drohten. In einem zweiten Anlauf versuchten die Retter, seitlich durch eine Kluft zur Unglücksstelle zu gelangen. Doch auch hier mussten sie schließlich abbrechen, weil die Sonne das über ihnen hängende Eis zum Schmelzen brachte.

„Es hilft nichts, wir müssen auf stabile Eisverhältnisse warten“, sagt Markus Leitner vom Bayerischen Roten Kreuz. Solange es so warm ist wie derzeit, sei das Risiko zu hoch, dass die Retter vom Eis verschüttet werden. Wann die Einsatzkräfte einen neuen Anlauf wagen können, ist noch völlig unklar. Auch am Montag war es noch deutlich zu warm für einen weiteren Bergungsversuch. Regen und eine dichte Wolkenschicht auf einer Höhe von 1200 Metern taten ihr Übriges, um den Rettungseinsatz zu verhindern. Für die Angehörigen des 37-Jährigen gibt es nach dem tragischen Unglück kaum noch Hoffnung, dass der Mann lebend geborgen werden kann.

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Von Hans Moritz und Dominik Göttler

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