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Am Watzmann: Bergtouren-Geher versteigen sich - und stürzen dann auch noch ab

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Watzmann Bergtour Unglück Bergwacht
Verstiegen und beim Absturz verletzt: Die Bergwacht Berchtesgadener Land war am Donnerstag am Watzmann im Einsatz. © BRK BGL

Erst hatten sich am Donnerstag drei Bergtouren-Geher aus Sachsen am Watzmann verstiegen, dann stürzte einer der Drei auch noch ab - und krachte auf seinen Hintermann.

Schönau am Königssee - Die Bergwacht Berchtesgaden und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ haben am Donnerstagmittag ein Trio aus Sachsen aus der oberen Watzmann-Ostwand gerettet. Die drei Männer waren auf einer geplanten Zwei-Tages-Tour bereits am Mittwoch um 4 Uhr morgens über den Berchtesgadener Weg zur Südspitze aufgebrochen und hatten in der Biwakschachtel in 2.380 Metern übernachtet. 

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Am Donnerstag um 7 Uhr gingen sie weiter, wobei sie sich verstiegen, und schließlich ein verhältnismäßig glimpflicher Unfall rund 80 Meter vom Kamin entfernt in Richtung Kar den weiteren Aufstieg endgültig beendete: Der Vorsteiger wollte seilgesichert über eine Wandstufe nach oben, hatte eine Bandschlinge um einen Stein gelegt, der dann bei Belastung ausbrach, woraufhin der Mann rund fünf Meter tief auf den Nachsteiger am Stand stürzte, der dadurch Verletzungen im Gesicht erlitt; der abgestürzte Vorsteiger kam relativ glimpflich mit Prellungen davon.

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Mit einem 25-Meter-Tau brachten die Retter die Bergsteiger in Sicherheit. © BRK BGL

Nachdem gegen 12 Uhr der Notruf eingegangen war flog „Christoph 14“ mit zwei Bergwachtmännern zu einem Suchflug in die Ostwand und konnte das Trio in rund 2.650 Metern Höhe rasch orten, wobei die Leitstelle Traunstein Handykontakt hatte und den Hubschrauber über Funk einwies. Vom Hirschwieskopf aus brachte die Besatzung dann die beiden Bergretter mit dem 25-Meter-Tau zum Unfallort, die die beiden Verletzten kurz untersuchten. 

„Christoph 14“ flog dann in zwei Aufzügen die beiden Verletzten zusammen mit einem Bergretter am Tau direkt ins Tal zum Schneewinkel-Landeplatz, wo sie vom Hubschrauber-Notarzt untersucht wurden. Danach holten der Pilot und der Notfallsanitäter auf der Kufe noch den zweiten Bergretter und den unverletzten Bergsteiger aus der Ostwand ab und brachte sie ins Tal. Die Bergwacht tankte den Heli mit ihrem Kerosinanhänger wieder auf und brachte die drei Bergsteiger zu ihrem Auto am Großparkplatz Königssee zurück.

Erst am Donnerstag war es am Königssee zu einem dramatischen Rettunsgeinsatz gekommen. Eine Urlauberin konnte sich vor einem endgültigen Absturz retten, indem sie sich an einem Grasbüschel festklammerte.

Ein 38-Jähriger ging zusammen mit einer Begleiterin am Entschenkopf wandern. Auf dem Rückweg stürzte er ab - und zog sich tödliche Verletzungen zu.

mm/tz

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