Kuriose Suchaktion am Watzmann

"Erschöpfter Mann" beklagt sich über Handynetz

Ramsau - Auf der Suche nach einem erschöpften, älteren Mann fanden die Bergretter am Watzmann erst eine Gruppe mit Kind - und dann den Mann, der sich über das Handynetz beschwerte und dann nach einem Taxi ins Tal verlangte.

Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ mussten am frühen Sonntagabend bei hochsommerlichen Temperaturen zu einer besonders kuriosen Such- und Rettungsaktion auf den Watzmann ausrücken.

Bergsteiger hatten an der Grieshütte gemeldet, dass im Bereich Goldbründl ein völlig erschöpfter älterer Mann um Hilfe gerufen hatte. Der Wirt setzte daraufhin um 17.47 Uhr bei der Leitstelle Traunstein einen Notruf ab, die sofort die Bergwacht Ramsau und den Rettungshubschrauber alarmierte. Der Pilot nahm den Ramsauer Bergwacht-Notarzt und einen weiteren Bergwacht-Luftretter am Tallandeplatz auf und setzte sie nach einem kurzen Suchflug am oberen Landeplatz an der Südspitze ab. Die Bergretter trafen auf eine ebenfalls erschöpfte Gruppe mit einem Kind und begleiteten sie bis zur Wimbachgries-Hütte, wo „Christoph 14“ gelandet war; von dem älteren, erschöpften Mann fehlte aber nach wie vor jeder Spur.

An der Hütte war aber ein 63-jähriger Würzburger, der dort ein Taxi ins Tal bestellen wollte und sich beklagte: Es sei unverschämt, dass das Handynetz am Watzmann so schlecht ausgebaut ist und es keine Schilder gibt, die auf die fehlenden Wasserstellen für Bergsteiger hinweisen. Die weiteren Recherchen ergaben, dass der 63-jährige und seine 24-jährige Tochter mit einem Bergführer die Watzmann-Überschreitung gehen wollten. Der Würzburger war aber dann hitzebedingt bereits im Aufstieg so erschöpft, dass er oberhalb des Watzmannhauses umkehrte um absteigen wollte. Als die Tochter dann am Abend nach der Tour wieder im Tal war, bekam sie einer SMS von ihrem Vater, dass er sich doch anders entschieden hatte und allein über die Spitzen gegangen war. Dass er am Goldbründl um Hilfe gerufen hatte, bestritt der Mann aber gegenüber der Bergwacht vehement. Die Ramsauer Bergretter brachten ihn und die Gruppe mit dem Kind per Geländefahrzeug ins Tal.

In der Nacht von Sonntag auf Montag gegen 0.50 Uhr mussten die Ramsauer Bergretter erneut ausrücken: Zwei junge Männer wurden von ihren Eltern vermisst, da sie sich nach einer Tour über den Schafsteig auf die Reiter Alpe bis Mitternacht nicht mehr zurückgemeldet hatten. Der Einsatzleiter der Bergwacht konnte dann per Handy Kontakt zu den Vermissten herstellen, die ungeplant über das Unkener Hochtal in Richtung des Loferer Ortsteils Mayrberg abgestiegen waren, aber keine Hilfe brauchten. Die Bergwacht empfahl ihnen, die laue Nacht im Freien zu verbringen und dann bei Helligkeit bis ins Tal nach Lofer weiterzugehen.

mm

Rubriklistenbild: © BRK/BGL

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