Kaum noch Überlebenschancen

21-Jähriger will Watzmann besteigen: Seit zwei Wochen vermisst - Experten äußern düstere Prognose

Mehrere Personen stehen vor einem Hubschrauber der Polizei.
+
Ab dieser Woche wird die Suche nach dem vermissten 21-Jährigen aus Untermeitingen wieder fortgesetzt.

Ein 21-Jähriger aus dem Landkreis Augsburg wird vermisst. Er wollte den Watzmann besteigen. Die Suche kann jetzt nach einer wetterbedingten Pause wieder aufgenommen werden.

  • Ein 21-Jähriger aus Untermeitingen (Landkreis Augsburg) wird seit Freitag vermisst.
  • Er wollte den Watzmann besteigen.
  • Die Suche nach dem vermissten Trailrunner wird wieder aufgenommen. (Update vom 22. Oktober, 16.24 Uhr)

Update vom 22. Oktober, 16.24 Uhr: Nachdem die Suche nach dem 21-Jährigen aus Untermeitingen (Landkreis Augsburg) vorübergehend wegen schlechten Wetters gestoppt werden musste, läuft sie seit dem vergangenen Wochenende wieder an. Doch im Augenblick sei es noch zu gefährlich für die Retter, selbst auf den Berg zu gehen, da Lawinen- und Absturzgefahr droht, schreibt die Augsburger Allgemeine (hinter einer Bezahlschranke). Man könne im Augenblick lediglich mit dem Fernglas Ausschau halten.

Dadurch, dass es in den vergangenen Tage wieder wärmer geworden ist, könnte sich aber bald wieder ein Team auf die Suche nach dem Bergsteiger machen. Markus Leitner vom Berchtesgadener Roten Kreuz sagt: „Diese Erwärmung muss aber einige Tage einwirken. Erst dann sind die Verhältnisse wieder minimal erfolgversprechend.“ Voraussichtlich am Donnerstag oder Freitag (22. beziehungsweise 23. Oktober) könnte eine gezielte Suche wieder aufgenommen werden.

Derweil schwinden die Chancen, den Trailrunner noch lebend zu finden. Marianne Fischer, Vorsitzende der Sektion des Alpenvereins in Schwabmünchen, sagt: „Er ist schon seit zehn Tagen da oben. Wie die meisten Trailrunner ohne viel Gepäck und vergleichsweise leicht bekleidet.“ In der Nacht herrschen aber auf dem Watzmann um diese Jahreszeit Temperaturen im zweistelligen Minusbereich.

Suche nach 21-Jährigem am Watzmann vorerst gestoppt

Update vom 13. Oktober, 13.40 Uhr: Der 21-jährige Bergsteiger aus Untermeitingen (Landkreis Augsburg) wird weiter vermisst. Wie ein Polizeisprecher nun mitteilte, sei die aufwendige Suche nach dem jungen Mann am Dienstag wetterbedingt pausiert worden. „Am heutigen Dienstag ist aufgrund der schlechten Sicht kein Flugwetter - momentan sind unsere Möglichkeiten erschöpft“, so der Sprecher weiter. Nebel und Neuschnee erschwerten die Suche erheblich, berichtet die Bergwacht. Für Mittwoch werde deutlich besseres Wetter erwartet, dann solle die Suche fortgesetzt werden.

Der junge Mann war am Freitag von einer Watzmann-Tour nicht zurückgekehrt. Am Sonntag und Montag wurde unter anderem mit einem Hubschrauber und Drohnen im Gipfelgebiet nach dem vermissten 21-Jährigen gesucht.

21-Jähriger will Watzmann besteigen: Jetzt wird er vermisst - „Hüfthoher Schnee“ erschwert Suche

Erstmeldung vom 12. Oktober: Schönau am Königssee/Ramsau - Seit Freitag (9. Oktober) wird der 21-jährige Trailrunner Valentin W. aus Untermeitingen (Landkreis Augsburg) vermisst. Das teilte das Bayerische Rote Kreuz (BRK) Kreisverband Berchtesgadener Land mit. Bekannt ist nur, dass er am Hammerstiel-Parkplatz sein Auto geparkt hat und nicht über den Normalweg auf den Watzmann gehen wollte.

Wie es weiter heißt, reiste der junge Mann am Freitag allein von München aus an, um den Watzmann zu besteigen. Wie die polizeilichen Ermittlungen ergaben, dürfte er sich entweder im Bereich der Wiederroute (Kleine Ostwand) oder des kleinen Watzmanns (Watzmannfrau) befinden.

21-Jähriger aus Augsburg am Watzmann vermisst: BRK veröffentlicht Beschreibung

Das BRK hat folgende Beschreibung zu der wahrscheinlichen Kleidung des 21-Jährigen veröffentlicht:

  • Braune Berghose
  • Orange Daunen-Regen-Jacke
  • Bergschuhe

21-Jähriger aus dem Landkreis Augsburg am Watzmann vermisst: Suche durch Schnee und Nebel erschwert

Bereits gestern waren mehrere Suchmannschaften der Bergwacht im Einsatz. Rund 30 Einsatzkräfte der Bergwachten Ramsau und Berchtesgaden, des Technikbusses der Bergwacht-Region Chiemgau und der BRK-Wasserwacht suchten auf Anforderung der Polizei am Sonntag das Watzmann-Gebiet zu Fuß, mit einer Drohne und Ferngläsern ab. „Nebel, Schneefall und stellenweise hüfthoher Schnee“ erschwerten die Suche jedoch erheblich. Die Retter kontrollierten die Almen und Schutzhütten sowie mehrere Gipfel- und Wandbücher, fanden aber keinen Hinweis auf den Vermissten.

Weiter heißt es zur Suche: „Die BRK-Wasserwacht suchte den Rinnkendlsteig vom Wasser aus per Fernglas ab und brachte Einsatzkräfte per Boot nach Sankt Bartholomä, die über die Eiskapelle in Richtung Ostwand-Einstieg und über den Neiger nach Salet gingen. Weitere Trupps stiegen zum Mooslahnerkopf und weiter in Richtung Kleiner Watzmann auf, wobei sie wegen der widrigen Verhältnisse auf Höhe des Gendarms umkehren mussten. Im Watzmannkar und in Richtung der Watzmannkinder kamen die Trupps aufgrund des zum Teil hüfthohen Schnees nur sehr langsam voran. Eine zusätzliche Mannschaft war am Watzmannhaus (Falzkopf) und in Richtung Hocheck unterwegs; weitere Einsatzkräfte im Wimbachgries, am Südspitz-Abstieg und im Gebiet zwischen Kühroint, Herrenroint, Schapbach, Grünstein-Abstieg und Mitterkaseralm, wobei sie aus der Luft vom Drohnen-Team des Technikbusses unterstützt wurden.“ Der Kriseninterventionsdienst (KID) der Bergwacht kümmerte sich derweil um die Eltern des 21-Jährigen.

Suche nach vermisstem 21-Jährigen geht weiter: Er wollte den Watzmann besteigen

Heute wird versucht, „bei einsprechenden Sichtverhältnissen auch mit dem Hubschrauber und einer Drohne im tief verschneiten Watzmann-Gebiet weiter zu suchen. Dabei bittet das BRK auch mögliche Zeugen, sich unter der Nummer 08652/9467-0 an die Polizeiinspektion Berchtesgaden wenden.

Alle Nachrichten aus Bayern lesen Sie immer bei uns.

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion