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"Nazi-Zwerg" im Garten: Isartaler muss blechen

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Die harmlose Variante des Gartenzwergs. Weil er einen Zwerg hat, der den Hitlergruß zeigt, ist ein Isartaler verurteilt worden. © dpa

Isartal - Ein Gartenzwerg, der den rechten Arm zum Hitlergruß hebt: Es ist eine echte Geschmacklosigkeit, die einen 36-jährigen Isartaler nun teuer zu stehen kommt.

Bitter wird dem Isartaler dabei wohl aufgestoßen sein, dass ihn seine eigene Ex-Freundin bei der Polizei angezeigt hat. Letztere nahm im Frühjahr 2010 eine Hausdurchsuchung vor – und fand bei dem Mann eine Vielzahl von Utensilien, die auf eine rechte Gesinnung hinweisen. Gegen einen Strafbefehl über 3600 Euro wegen des Gartenzwerges, der den Hitlergruß zeigt, legte der Isartaler Widerspruch ein, weswegen er nun mit seinem Verteidiger Andre Picker (Dortmund) vor dem Kadi in Garmisch-Partenkirchen saß.

Auf die Frage „Würden Sie Ihre Gesinnung als national bezeichnen?“, die ihm Richter Paul Georg Pfluger stellte, antwortete der Mann nur mit einem knappen „Ja“.

Der Gartenzwerg, so der Angeklagte, sei die meiste Zeit in einem abgesperrten Schuppen verwahrt gewesen. Nur gelegentlich habe er ihn auf die Terrasse gestellt.

Anwalt Picker verteidigte seinen Mandanten mit der Freiheit der Kunst: Der Kunstprofessor Ottmar Hörl habe 1250 solcher Gartenzwerge in Straubing aufgestellt. Denn das sei keine Verherrlichung, sondern eine Lächerlichmachung des Nationalsozialismus.

Der Richter erklärte hingegen:. „Der Angeklagte wollte durch die öffentlich sichtbare Aufstellung keine Kritik ausüben, sondern seine Gesinnung widerspiegeln.“

Pfluger verhängte im Urteil nicht mehr wie im Strafbefehl 60 Tagessätze à 60 Euro, sondern wegen des Einkommens und der familiären Situation mildere 60 mal 37, was 2220 Euro entspricht.

Wolfgang Kaiser

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