Wehrhaftes Brauchtum: 7000 Gebirgsschützen treffen sich

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An die 7000 Gebirgsschützen aus Bayern, Österreich und Italien trafen sich bei Garmisch-Partenkirchen. Die dortige Kompanie richtet das alle zwei Jahre in einem anderen Land stattfindende Alpenregionstreffen aus.

Ohlstadt - Bei zeitweise strömendem Regen sind am Sonntag an die 7000 Gebirgsschützen aus Bayern, Tirol und Südtirol in Italien in Ohlstadt (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) zu ihrem traditionellen Alpenregionstreffen zusammengekommen.

Die dortige Kompanie richtete die alle zwei Jahre in einem anderen Land stattfindende wichtigste Zusammenkunft der Gebirgsschützen aus. Dazu reisten neben bayerischen Schützen auch Mitglieder der Verbände aus Tirol, Welschtirol und Südtirol in ihren farbenfrohen Uniformen - auch Montur genannt - an. Der Feldgottesdienst musste wegen des schlechten Wetters ins Festzelt verlegt werden.

Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) nannte das Treffen ein Symbol für den Gedanken der Völkerverständigung, der die Gebirgsschützen über die Grenzen hinweg miteinander verbinde. Der “Schutzherr“ der bayerischen Gebirgsschützen erinnerte daran, dass sich Schützen früher mitunter feindlich gegenüberstanden. “Diese Zeiten sind Gott sei Dank endgültig vorbei.“

Heute bestünden zahlreiche private Kontakte und Verbindungen einzelner Kompanien über die bayerisch-österreichisch-italienischen Grenzen hinweg. “Die Gebirgsschützen sind längst zu unverzichtbaren Botschaftern des Friedens, der Verständigung und des europäischen Zusammenhalts geworden“, sagte Beckstein laut Redemanuskript. Das Treffen sei aber auch Ausdruck lebendigen Brauchtums und bewusst gelebter Tradition.

Die Gebirgsschützen waren einst im Alpenraum aktiv kämpfende Truppen. Heute werden ihre Karabiner nur noch zum Salutschießen bei besonderen Anlässen verwendet. Die Mitglieder verstehen sich als Hüter des wehrhaften Brauchtums. Allein in Bayern gibt es von Berchtesgaden bis zum Werdenfelser Land 47 Kompanien, in denen 12 000 Mitglieder organisiert sind. Prominentestes Mitglied ist Papst Benedikt XVI., der zur Kompanie Tegernsee gehört. Insgesamt sind es 34 000 Schützen.

Quelle: DPA

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