Gefährlicher Starker

Albtraum für Ärztin aus Weilheim: Ein Patient im Liebeswahn 

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Einer Ärztin aus Weilheim wurde einer ihrer Patienten zum Verhängnis - Er stalkte sie, bis sie selbst in Behandlung musste. (Symbolbild)

Ein psychisch kranker Bäcker liebte seine Therapeutin so sehr, dass er sie 2017 monatelang beobachtete. Er drohte ihr indirekt mit Gewalttaten, sollte sie seine Liebe nicht erwidern.

Weilheim/Starnberg – Für ihren Patienten ohne jegliches Selbstwertgefühl hatte sich die Psychiaterin eine richtige Wohlfühl-Therapie überlegt. Sie wollte ihn bestärken, seine Gefühle bejahen – diese Behandlung in einer Klinik in Peißenberg (Kreis Weilheim-Schongau) ging jedoch völlig daneben.

Stalker aus Weilheim montiert Peilsender am Auto 

Der 28-jährige Weilheimer fühlte sich endlich angenommen und verliebte sich so sehr in die Frau, dass er sich nur noch ein Leben an ihrer Seite vorstellen konnte. Er bekam ihre Anschrift im Landkreis Starnberg heraus, versah ihr Auto mit einem Peilsender, beobachtete sie ständig, wenn sie morgens das Haus verließ. Die Ärztin fand keine Ruhe mehr. Sie zog mit ihren Kindern zu ihren 100 Kilometer entfernt lebenden Eltern. Der Mann kam bei einem Freund in München unter. Die Frau litt so sehr unter der Dauer-Beobachtung, dass sie sich selber in Behandlung begeben musste. Das konnte der Angeklagte nicht verstehen.

 Ärztin soll Umarmung des Stalkers zugelassen haben

In seiner Vernehmung vor dem Landgericht München II berichtete er nämlich, dass die Ärztin seine Gefühle – zumindest verbal – erwidert hätte. Einmal ließ sie sogar eine Umarmung zu. Die Freitage, an denen die Therapie stattfand, seien für sie angeblich immer ganz besonders gewesen. So jedenfalls hatte er es in Erinnerung. Die Frau hingegen erwägte aufgrund der Stalkerei, ihren Wohnort wie auch die Arbeit zu verlassen. Sie engagierte einen Sicherheitsdienst, litt unter Schlafstörungen. Auch in der Klinik musste der Sicherheitsstandard aufgestockt werden. Die Psychiaterin wechselte sogar ihr Behandlungszimmer. Die Therapie wurde abgebrochen. Der 28-Jährige verliebte sich in seine nächste Ärztin.

Blitz-Affäre mit einer Prostituierten als bislang einzige Beziehung

Was den Weilheimer zu diesen Taten getrieben hatte, konnte er selber nicht so genau sagen. Er bewunderte nach eigenen Worten selbstbewusste Politiker. „Mich beeindrucken Trump und Putin, dass sie das Beste für ihr Volk rausholen wollen“, sagte er. Aus dieser Überzeugung war er fest entschlossen, die Ärztin zu lieben. Er sah sich schon als guter Vater für ihre Kinder.

In der Vergangenheit hatte er bis dato nur einmal eine kurze Beziehung zu einer weitaus älteren Frau gepflegt – bis er erfuhr, dass es sich bei der Dame um eine Prostituierte handelte. Doch die Verliebtheit in diesen zwei Wochen war ihm die Romanze wert gewesen.

Weilheimer-Stalker hortete Munition und Waffen

Sein eigener Werdegang verlief holprig. Die Schule mochte er von Anfang an nicht, bei der Bundeswehr wurde er nach drei Wochen entlassen, eine Kochlehre dauerte drei Monate. Erst als Bäcker hätte eine Beständigkeit in sein Leben einziehen können. Doch zu diesem Zeitpunkt machte sich schon seine wahnhafte Störung bemerkbar. Er begann Munition und Waffen zu horten, darunter eine Harpune und eine Armbrust. Die Psychiaterin soll Mitte Februar als Zeugin aussagen.

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